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Spenden statt schreddern: „Eschwege hilft“ gibt Kleidung zweite Chance

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Geben Kleidung weiter: (von links) Aylin Abhau und Charly Montag, Gabriele Maxisch mit einer Spende, Khalil Mohammed und Vorstandsmitglied Maike Friedrich am Container, für den Mohammed zuständig ist.
Geben Kleidung weiter: (von links) Aylin Abhau und Charly Montag, Gabriele Maxisch mit einer Spende, Khalil Mohammed und Vorstandsmitglied Maike Friedrich am Container, für den Mohammed zuständig ist. © Eden Sophie Rimbach

„Nachhaltige Textilien – Wiederverwendung statt Verschwendung“ lautete das Motto der Europäischen Woche der Abfallvermeidung in diesem Jahr. „Eschwege hilft“ ist Teil davon.

Eschwege – Mit dem Thema beschäftigt sich auch der Verein „Eschwege hilft“, bei dem gut erhaltene Kleidung weitergegeben, statt weggeworfen wird. Zirka 50 bis 80 Menschen kommen laut der Vorsitzenden Aylin Abhau an jedem der beiden Öffnungstage hierher. Wie sie betont, richtet sich das Angebot des Vereins nur an Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind.

Kleidung bekommen sie für einen Euro pro Stück. Während die Mitglieder erleben, dass Menschen kaputte Kleidung abgeben, die aussortiert werden muss, komme es auch oft vor, dass Kleidung ungetragen und noch mit einem Etikett versehen im Container lande. „Viele Sachen werden überhaupt nicht getragen“, sagt Gabriele Maxisch mit Blick auf das Phänomen „Fast Fashion“, also Bekleidung, die schnell nach Trends gestaltet und billig produziert und verkauft wird. Die Umweltberaterin des Werra-Meißner-Kreises beschreibt die Folge in den Schränken: „Das Volumen nimmt zu, aber nicht das Geld, das ausgegeben wird.“ Es werde mehr zu niedrigen Preisen gekauft. Dabei nehme die Qualität der Textilien ab. Dieser schnelle Konsum sei ein sehr umweltbelastendes Geschäft.

Der Pressesprecher des Kreises, Jörg Klinge, sagt, dass viele ungetragene Kleidungsstücke geschreddert statt weitergegeben werden. Damit werde ein wichtiger Punkt in der Recyclingkette übersprungen. Die Vorstandsmitglieder von „Eschwege hilft“ berichten, dass der Verein das Angebot erhalten habe, Kleidung zu verkaufen, die dann zur industrieellen Weiterverarbeitung geschreddert werden sollte. Der Verein habe sofort abgelehnt.

Die Gruppe derer, die die Hilfe des Vereins in Anspruch nehmen, wachse. Das stellen die Vorsitzenden Aylin Abhau und Charly Montag fest. Der Verein wird von einer Schneiderin unterstützt, die dafür ebenfalls ehrenamtlich tätig ist. Klinge sagt, dass auch akute soziale Probleme oder Schicksalsschläge wie ein Brand dafür sorgen können, dass Menschen auf „Eschwege hilft“ angewiesen sind. Ein Teil der gespendeten Kleidung kann zu den Öffnungszeiten in den Räumen weitergegeben werden. Textilien, die in gutem Zustand sind, aber hier nicht abgenommen werden würden, spendet der Verein nach Rumänien. Der Anteil der Kleidung, die beschädigt ist, aussortiert und weggeworfen werden muss, sei gering.

Gabriele Maxisch weiß, dass viele Menschen ihre Kleiderschränke durch die Coronapandemie sortiert und sich von Kleidungsstücken getrennt haben. „Man sollte keine Mühe scheuen, das auch im Umlauf zu halten“, sagt sie über das Weitergeben von Kleidung.

Vielen Menschen seien die Möglichkeiten laut Klinge nicht bewusst. Ein Schritt ohne viel Arbeit sei, gut erhaltene Kleidung bei „Eschwege hilft“ abzugeben. Rund um die Uhr erreichbar ist der Container. Klinge: „Seine Kleidung hier abzugeben, ist die beste Möglichkeit.“ (Eden Sophie Rimbach)

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