Sprachrohr für Migranten

Am 14. März wird in Eschwege auch ein Ausländerbeirat gewählt

Washa Beroschwil, amtierender Vorsitzender. Ausländerbeirat Eschwege
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Washa Beroschwil, amtierender Vorsitzender.

Eschwege wählt – und zwar nicht nur einen Bürgermeister, Ortsbeiräte und eine Stadtverordnetenversammlung, sondern auch einen Ausländerbeirat.

Eschwege – Damit ist Eschwege bislang die einzige Kommune im Werra-Meißner-Kreis, in der Menschen mit Migrationshintergrund ein Mitbestimmungsrecht haben. In Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf könnte es demnächst erstmals Ausländerbeiräte geben. In Eschwege bewerben sich zehn Männer und Frauen für sieben Sitze.

Aufgaben des Ausländerbeirats in Eschwege

Ausländerbeiräte setzen sich für die Probleme und Belange der Migranten und Migrantinnen in ihrer Stadt oder Gemeinde ein, unterstützen die Integration und haben für die Kommunen auch eine Vermittlerrolle. Gewählt werden dürfen sie dabei jedoch nur von den Migranten, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Schwache Resonanz bei Wahlen zum Ausländerbeirat bislang

Bislang fand die Wahl der Beiräte nie zeitgleich mit der Kommunalwahl statt. Um die sonst eher niedrige Wahlbeteiligung zu erhöhen, werden nun auch die Ausländerbeiräte am 14. März für die nächsten fünf Jahre neu gewählt. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2015 lag die durchschnittliche Wahlbeteiligung in Hessen bei sechs Prozent. Weil sich nicht ausreichend Migranten für das Amt aufstellen lassen, gibt es mancherorts gar keinen Ausländerbeirat – auch wenn dieser eigentlich vorgeschrieben war.

Seit 1993 gibt es einen Ausländerbeirat in Eschwege

Verpflichtend ist eine ausländische Interessenvertretung in Kommunen nur dann, wenn dort mehr als 1000 Einwohner mit einer nicht-deutschen Staatsangehörigkeit wohnen.

In Eschwege sind es rund 2000 Männer und Frauen. 1993 gab der damalige Eschweger Bürgermeister Jürgen Zick die Anregung zur Gründung. Ein Jahr später wurde der Ausländerbeirat ins Leben gerufen.

Der Vorstand des Eschweger Ausländerbeirats wird zu allen Sitzungen der Gremien der Stadt Eschwege eingeladen und kann dort – stellvertretend für alle Menschen mit Migrationshintergrund – sagen, welche Themen sie bewegt. „Auch, wenn sie kein Wahlrecht haben, haben sie das Recht zu sprechen und zu sagen, was sie denken“, erklärt Evelina Tolpina, die selbst aus Russland kommt und im Vorstand des Ausländerbeirats ist.

Eschweger Kandidaten für den Ausländerbeirat

Zur Wiederwahl haben sich der amtierende Ausländerbeiratsvorsitzende Washa Beroschwili aus Georgien, seine Stellvertreterin Evelina Tolpina aus Russland, Mousa Yousefi und Ainaz Basanjideh aus dem Iran und Milad Alim aus Syrien aufstellen lassen. Zum ersten Mal sind Rahma Jama Sulieman aus Somalia, Petrus Budak aus der Türkei, Mohammed Reza Mokhtari, Mohammad Al Haj Ali aus Syrien und Pavlo Gorulya aus der Ukraine (Bilder oben) dabei.

Die Mitglieder des Ausländerbeirats arbeiten ehrenamtlich. Die Sitzungen des Ausländerbeirates sind öffentlich und finden im Rathaus statt.

Evelina Tolpina, stellvertretende Beiratsvorsitzende.
Mousa Yousefi steht zur Wiederwahl.
Ainaz Basanjideh tritt wieder an.
Milad Alim lässt sich erneut für den Beirat aufstellen.
Pavio Gorulya lässt sich auch zum ersten Mal wählen.
Mohammad Al Haj All will ebenfalls in den Beirat.
Mohammed Reza Mokhtari ist ebenfalls erstmals dabei.
Petrus Budak bewirbt sich für einen der sieben Sitze.
Rahma Jama Suleiman ist zum ersten Mal dabei.

Kontakt zum Ausländerbeirat in Eschwege

Weitere Informationen zur Arbeit vom Ausländerbeirat und zur Wahl gibt es während der Sprechstunden vom Ausländerbeirat jeden Montag von 17 Uhr bis 18 Uhr im Rathaus Eschwege, Stadthaus IV, Zimmer 405 (0 56 51/30 42 27 oder 30 42 28). Per E-Mail kann man sich an auslaenderbeirat@eschwege-rathaus.de wenden.

Dazu gibt es Auftritte des Ausländerbeirats bei Instagram (auslanderbeirat.eschwege), Facebook (Ausländerbeirat Eschwege) und auf der Internetseite der Stadt Eschwege. (Tobias Stück)

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