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Werra-Meißner-Kreis: Sprit auf dem Land teurer

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Von: Konstantin Mennecke

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Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen Autofahrer seit Anfang September. Der Rabatt, den Berlin gewährt hat, ist ausgelaufen.
Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen Autofahrer seit Anfang September. Der Rabatt, den Berlin gewährt hat, ist ausgelaufen. © MICHAEL CASPAR

Beim Kraftstoff gibt es deutliche Preis-Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Werra-Meißner – Diesel ist seit dieser Woche knapp 21 Cent teurer als Super-Benzin in der E10-Variante. Das berichtet der Automobilclub ADAC. Der Liter Diesel kostet im bundesweiten Schnitt 2,14 Euro pro Liter, hessenweit lag der Durchschnittspreis am Donnerstag sogar bei 2,19 Euro. Wie die Stichprobe unserer Zeitung verdeutlicht, gibt es dabei selbst in Nordhessen enorme Unterschiede.

Der Griff zur Zapfpistole war am Donnerstagmorgen in Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau für Dieselfahrer besonders teuer. Mit einem Literpreis zwischen 2,19 und 2,20 Euro lag der Sprit hier sogar über dem Landesschnitt. Beim Superbenzin in der E5-Variante lag Eschwege mit mindestens 2,02 Euro pro Liter kreisweit an der Preisspitze.

Dass es deutlich günstiger geht, zeigt der Blick nach Kassel. Hier konnten Kunden am gestrigen Morgen für 1,88 Euro den Liter Super tanken, der günstigste Diesel lag bei 2,11 Euro je Liter.

Der ADAC um Sprecher Andreas Hölzel spricht von einem völlig überzogenen Dieselpreis. Deutlich werde das bei der Besteuerung: Auf einen Liter Diesel entfallen gut 20 Cent weniger Energie- und Mehrwertsteuer, tatsächlich kostet der Diesel aber fast 21 Cent mehr an den Tankstellen als Super E10.

Der stellenweise Rückgang der Kraftstoffpreise war ursprünglich durch den um rund vier US-Dollar gesunkenen Rohölpreis zu erklären. Laut ADAC ist Benzin in Relation zum Rohölpreis aber immer noch erkennbar zu teuer. Wie der Automobilclub schreibt, könne die aktuell noch verstärkte Nachfrage nach Heizöl nur einen Teil des Preisanstiegs für Dieselkraftstoff erklären. Auch die verstärkte Heizölnachfrage durch die Industrie, die Öl als einen Gasersatz bezieht, rechtfertige nicht den hohen Preisanstieg. Wie sich die Situation weiter entwickele, sei völlig offen.

Unter anderem aus diesem Grund diskutieren auch die Ministerpräsidenten der Länder seit dem gestrigen Donnerstag bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Schloss Herrenhausen in Hannover.

Zuvor hatte die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) gefordert, auch Haushalte mit Ölheizungen zu entlasten. Für 100 Liter Öl mussten bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern Kunden im Werra-Meißner-Kreis am Donnerstag im Schnitt 160 Euro zahlen. 2020 hatte der Preis für 100 Liter Heizöl noch bei rund 50 Euro (ebenfalls bei einer Abnahme von 3000 Litern) gelegen. (kmn)

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