Die Spur der Dampflok: Wanderung auf der Trasse der Gelstertalbahn

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Erkundete die Strecke der Gelstertalbahn: Die Wandergruppe unterhalb des Viadukts bei Uengsterode.

Uengsterode. Rauchende und fauchende Dampflokomotiven im Gelstertal, das ist längst Geschichte.

Am Blauen Sonntag begab sich eine Wandergruppe auf der Trasse der ehemaligen Gelstertalbahn zwischen Uengsterode und Großalmerode auf Spurensuche.

100 Jahre alt wäre die Gelstertalbahn in diesem Jahr geworden, die für die industrielle Entwicklung in und um Großalmerode im letzten Jahrhundert ein Segen war. Am 12. Dezember 1915 wurde die 25 Kilometer lange Bahnstrecke eingeweiht, die von Eichenberg bis zum Kopfbahnhof Großalmerode Ost und weiter bis nach Velmeden führte. Dort hatte das Gleis Anschluss an die Bahnlinie Walburg/Großalmerode West über Epterode, die bereits seit 1884 in Betrieb war.

Neben dem Personentransport rollten im Güterverkehr vor allem Kohle und Produkte der im Osten der Tonstadt angesiedelten Schmelztiegelfirmen auf der Schiene. Während der Personenverkehr auf allen Abschnitten der Gelstertalbahn 1973 eingestellt wurde, ging auch der Güterverkehr nach und nach zurück. Nach einem Dammbruch 1981 musste der Verkehr zwischen Großalmerode Ost und Trubenhausen ganz eingestellt werden, 2001 war auf der gesamten Strecke ab Eichenberg Schluss. Ein Jahr später war mit der Schließung der Zeche Hirschberg in Epterode auch das Ende der Bahnlinie von Großalmerode West nach Walburg besiegelt.

Interesse an dem Teilstück der ehemaligen Gelstertalbahn zeigten am Sonntagmorgen 27 Wanderer, die zum Treffpunkt nach Uengsterode gekommen waren, wo sie Dieter Schmuch im Namen des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald begrüßte. Nach ersten Informationen zur ausgedienten Bahnlinie war das Viadukt unterhalb der Ortschaft erstes Ziel der Gruppe.

Auf dem Radweg am Fuße des imposanten Bauwerks, das mit vier Bögen das Tal auf einer Länge von 83 Metern in 17 Metern Höhe überspannt, wurde ein kurzer Halt für weitere Erläuterungen und Fragen eingelegt. Anschließend ging’s im großen Bogen nach oben auf die Sandsteinbrücke der alten Bahntrasse, um den Ausblick ins Tal zu genießen.

Von da aus führte der Weg weiter auf Wegen parallel zum Gleisbett hin zum 339 Meter langen Albsliede-Tunnel, dessen Eingänge zur Sicherheit sowohl am Ost- als auch am Nordportal längst zugemauert sind. Nach einem herzhaften Feldarbeiterimbiss inspizierte die Gruppe auch noch den ehemaligen Kopfbahnhof Ost in Großalmerode. Vorbei an der Schmelztiegelfirma Becker und Piscantor wurde für den Weg zurück die Route über die Erbsmühle gewählt. Nach etwa vier Stunden waren alle wieder am Ausgangspunkt in Uengsterode angelangt. (zlr)

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