Sperrmüll kostet jetzt 30 Euro

Stadt Eschwege erhöht Müllgebühren ab 2021 - Restmüll wird teurer

Die Menge an Sperrmüll hat sich zuletzt kontinuierlich erhöht. Zuletzt waren in Eschwege 815 Tonnen pro Jahr angefallen. Unter anderem deswegen mussten die Abfallgebühren angepasst werden.
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Die Menge an Sperrmüll hat sich zuletzt kontinuierlich erhöht. Zuletzt waren in Eschwege 815 Tonnen pro Jahr angefallen. Unter anderem deswegen mussten die Abfallgebühren angepasst werden.

Eschwege – Die Müllgebühren in Eschwege werden ab Januar angehoben. Das hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend beschlossen. Die Kosten für Restmüll steigen um zwölf Euro pro Jahr. Erstmals werden auch Kosten für Sperrmüll erhoben. Pro Fuhre werden ab 2021 30 Euro fällig. Die Müllgebühren wurden zuletzt 2018 angepasst. Damals wurden sie gesenkt.

Die Gründe

Die Stadt Eschwege folgt dem Beispiel des Abfallzweckverbands Werra-Meißner und der Stadt Sontra. Beide hatten schon eine Gebührenanpassung beschlossen. Für alle gilt: Höhere Kosten und geringere Erlöse sind Ursache der Anhebung. Der Gebührenhaushalt einer Kommune muss ausgeglichen sein.

Für die Stadt Eschwege sind die Verwertungsgebühren des Werra-Meißner-Kreises um 170 000 Euro gestiegen. Außerdem muss der Eschweger Baubetriebshof 70 000 Euro mehr für Einsammlung und Transport des Müll aufbringen. Die Erlöse für Altkleider (-30 000 Euro) und Altpapier (-90 000 Euro) sind aufgrund von Schwankungen am Weltmarkt gefallen. „Die Gebührenrücklage wurde durch einen deutlichen Anstieg der Sperrmüllmassen in diesem Jahr aufgebraucht“, berichtet Vorsitzender Andreas Hölzel aus dem Finanzausschuss.

Der Restmüll

Um den Gebührenhaushalt auszugleichen, werden in erster Linie die Kosten für Grundgebühr und Leerungsabschlag im Restmüll angehoben. Für eine 120-Liter-Tonne zahlt man zwölf Euro mehr pro Jahr, die 240-Liter-Tonne steigt in der Grundgebühr um zwei Euro. Im Detail: Die Grundgebühr für die kleine schwarze Tonne steigt von 18,60 Euro auf 24,60 Euro. Eine Leerung kostet jetzt 7,60 Euro statt 6,60 Euro. Sechs Leerungen pro Jahr werden mindestens berechnet (45,60 Euro). Die Gesamtkosten belaufen sich ab 2021 dann auf 70,20 Euro (bislang 58,20). „Durch die hohe Leerungsgebühr für Restmüll soll ein Anreiz zum Abfalltrennen gegeben werden“, sagt Hölzel. Die Kosten für den Bioabfall bleiben unverändert bei 47,40 Euro.

Der Sperrmüll

Einer der Preistreiber ist der Sperrmüll. Dieser sei inzwischen auf ein Rekordniveau gestiegen, berichtet der Leiter des Baubetriebshofes. 815 Tonnen mussten die Stadtwerker zuletzt entsorgen. Die Pandemie sei hierfür aber nicht verantwortlich. „Dadurch ist kein vermehrtes Sperrmüllaufkommen zu verzeichnen“, sagt Schäffer im Finanzausschuss. Deswegen soll die Anmeldegebühr von 30 Euro aufgesetzt werden, um das Aufkommen zu reduzieren. Der Bauhof geht von einem Rückgang von rund einem Drittel auf 550 Tonnen pro Jahr aus. Statt 3000 Anmeldungen soll es demnächst nur noch 2000 geben, so die Prognose. Nach Abzug der Verwaltungskosten bedeutet das Mehreinnahmen von 48 000 Euro.

Die Stimmen

Als „nachvollziehbar und moderat“, bezeichnet SPD-Sprecher Jörg Heinz die Gebührenanpassung. Siegfried Fiegenbaum (Die Grünen) findet das Verursacherprinzip nach wie vor richtig und hofft, Müllmengen dadurch zu reduzieren. Bernhard Gassmann (Die Linke) wollte nicht zustimmen, solange es es im Wassergebührenhaushalt einen Überschuss gebe.

Von Tobias Stück

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