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Stadt Eschwege stellt Geld für Geflüchtete bereit

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Von: Tobias Stück

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Großer Ansturm: Gestern kamen Hunderte geflüchtete Ukrainer aus allen Teilen des Kreises zum Landgrafenschloss nach Eschwege. Mit Unterstützung der Sparkasse wurden im Rittersaal 100 Euro pro Person ausgezahlt.
Großer Ansturm: Gestern kamen Hunderte geflüchtete Ukrainer aus allen Teilen des Kreises zum Landgrafenschloss nach Eschwege. Mit Unterstützung der Sparkasse wurden im Rittersaal 100 Euro pro Person ausgezahlt. © Tobias Stück

Der Ausschuss für Familie und Soziales der Stadt Eschwege hat zur Beschleunigung der Flüchtlingsarbeit kurzfristig 100 000 Euro bereitgestellt.

Eschwege – Gleichzeitig sollen 1,5 weitere Stellen im Bürgerservice und im Fachbereich Familie und Soziales zur Bewältigung zusätzlicher Aufgaben befristet geschaffen werden. Geklärt werden sollte in der Sitzung eine schnelle Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine, die in den vergangenen Wochen zu Hunderten in der Kreisstadt angekommen waren.

Der Ausschuss war in der vergangenen Woche von der Stadtverordnetenversammlung beauftragt worden, aufgrund der Dringlichkeit abschließend zu beraten (wir berichteten). Eingeladen hatte das Gremium neben den beteiligten Fachbereichsleitern der Stadt Eschwege auch die Landrätin Nicole Rathgeber (Freie Wähler).

Rathgeber erklärte, dass die finanzielle Versorgung der Ukrainer, die in privaten Unterkünften untergekommen waren, seit Freitag gesichert sei. Alle aus der Ukraine Geflüchteten, die sich als Einwohner im Werra-Meißner-Kreis bei den Städten und Gemeinden angemeldet und noch keine Sozialleistungen erhalten haben, konnten sich gestern im Rittersaal des Landgrafenschlosses mit Unterstützung der Sparkasse Werra-Meißner Vorschusszahlungen in Höhe von 100 Euro pro Person auszahlen lassen.

Das Angebot wurde gestern zahlreich angenommen. Zu Hunderten standen Ukrainer mit ihren deutschen Gastfamilien aus allen Teilen des Kreises schon vor elf Uhr und bis zum Nachmittag im Innenhof des Landgrafenschlosses.

Da die Auszahlung von Handgeld durch die Städte und Gemeinden als „haushaltsrechtlich unzulässig“ betrachtet wird, schlug die Eschweger Stadtverwaltung vor, für die Überbrückungszeit eine schnelle unbürokratische Hilfe zu leisten. Die Stadt Eschwege wird aus den bereitgestellten 100 000 Euro den Hilfsorganisationen Geld zur freien Verwendung für Geld- und Sachleistungen zur Verfügung stellen.

Die SPD hatte einen Forderungskatalog mit sieben Punkten vorgelegt (wir berichteten), der in der Ausschusssitzung abgearbeitet werden sollte. „Alle Punkte sind jetzt geklärt, einige schon im Vorhinein“, sagte Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag (SPD) nach der Sitzung. Er sei sehr zufrieden, dass der Arbeitsablauf jetzt klar definiert sei.

Bürgermeister Alexander Heppe (CDU) erklärte noch einmal die Abläufe im Eschweger Rathaus: Die Anmeldung gestalte sich durch die kyrillischen Dokumente und die Sprachbarriere sehr zeitaufwendig.

Etwa eine Stunde müsse man pro Antrag rechnen. Mehr als 80 zusätzliche Wochenstunden hatte Heppe für die Anmeldung bereits bereitgestellt. Im Einsatz seien auch 14 Übersetzer, die die Verwaltungsmitarbeiter unterstützten.

Nach der Erstversorgung gelte es nun den Bereich der Begegnung weiter zu entwickeln. Die ersten Kinder sind in den Eschweger Schulen angekommen. Jetzt soll es „niedrigschwellige Austauschmöglichkeiten“ für die Geflüchteten geben.

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