Witzenhausen darf jetzt offiziell den Titel „Fairtrade Town“ führen

Stadt für fairen Handel

Fair, nicht nur im Weltladen: Miriam Gerke (von links), Michaela Rabe, Anna-Gertrud Siekmann, Patricia Fain, Eberhard Rubruck, Jürgen Franz, Bürgermeisterin Angela Fischer, Schulamith Zollitsch und Sohn Milan (2) setzen sich für Witzenhausen aus gerechten Handelsort ein. Foto: Szamborzki

Witzenhausen. London, Rom, Kopenhagen, Witzenhausen: Die Kesperstadt ist aufgestiegen in die Liga der internationalen Metropolen – durch das Engagement ihrer Bewohner für fairen Handel. Denn seit diesem Monat darf sich Witzenhausen ebenfalls „Fairtrade Town“ nennen, zu deutsch „Stadt des gerechten Handels“. Weltweit haben sich bereits 950 Städte mit dem Siegel „Fairtrade Town“ zertifizieren lassen, um ein Zeichen für den fairen Handel zu setzen.

Die Bewerbung gestaltete sich leichter als gedacht, berichtet Miriam Gerke, Projektkoordinatorin und Geschäftsführerin der Pro Witzenhausen GmbH. „Lange bevor wir das aufgegriffen haben, gab es hier schon sehr viel Engagement für fairen Handel.“ Vom Kaffee im Eiscafé, über Schokolade und Geschenkartikel im Weltladen bis zu Rosen in einigen Blumenläden, in Witzenhausen gibt es bereits viele Möglichkeiten, mit dem Kauf bestimmter Produkte gegen Dumpinglöhne außerhalb Europas einzutreten.

Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) ist stolz auf die Auszeichnung, die „auf vielen Schulter ruht“. Sie soll die Stadt näher beschreiben und für den Tourismus interessanter machen.

Doch das ist erst der Anfang. „Gerade Kinder und Jugendliche müssen über fairen Handel informiert werden“, betont Patricia Fain vom gleichnamigen Eiscafé, das Fairtrade-Kaffee und -Tee anbietet. Schon jetzt gibt es viele Bildungsangebote, wie etwa das Weltgarten-Projekt. In den Eine-Welt-Schulen in Gertenbach und Hundelshausen lernen Grundschüler viel über das Leben von Kindern in Mittelamerika. „Wir haben sogar ein neues Schullied geschrieben, das an unsere Freunde in El Salvador erinnert“, berichtet Lehrerin Michaela Rabe von der Lindenhofschule in Gertenbach.

Ab dem Frühjahr soll es zudem einen Einkaufsführer geben, der alle Geschäfte, Restaurants und Cafés mit fairen Produkten verzeichnet, kündigt Anna-Gertrud Siekmann, Vorsitzende des Arbeitskreises Eine Welt an. „Das soll alle Beteiligten stärken.“ Ein alternativer Stadtrundgang zum Thema ist ebenfalls angedacht.

Von Friederike Szamborzki

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