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Flüchtlingsstrom aus der Ukraine sprengt Kapazität der Eschweger Tafel

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Unterstützung für die Eschweger Tafel: (v. l.) Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe, Vorstandsmitglied Siegfried Furchert, Vorsitzender Hans Liese und Fachbereichsleiter Familie und Soziales Jörn Engler.
Unterstützung für die Eschweger Tafel: (v. l.) Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe, Vorstandsmitglied Siegfried Furchert, Vorsitzender Hans Liese und Fachbereichsleiter Familie und Soziales Jörn Engler. © Marius Gogolla

Eschwege – Die Eschweger Tafel kann kaum noch den Bedarf an Lebensmitteln für ihre Kundschaft decken. Grund dafür ist laut des Vorsitzenden Hans Liese der Flüchtlingszustrom aus der Ukraine und die damit zusammenhängende Erstversorgung der ukrainischen Menschen.

Deswegen gab es am Montag ein Treffen mit Vertretern der Stadt Eschwege, um über Möglichkeiten der Unterstützung zu sprechen. Um über die Situation der Eschweger Tafel zu berichten und Hilfe durch die Stadt zu erhalten, trafen sich der Vorsitzende der Tafel Hans Liese und Vorstandsmitglied Siegfried Furchert mit Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe und Jörn Engler, dem Fachbereichsleiter Familie und Soziales.

Lebensmittel-Ausgabe an 410 Personen

Die Menge an Personen, die mit Lebensmitteln zu versorgen ist, übersteige laut Liese die Kapazitäten der Tafel. „Letzte Woche waren um die 100 Ukrainerinnen und Ukrainer hier“, sagt Liese. „Es ist nicht leicht, neben unseren Bestandskunden nun für die Versorgung von so vielen weiteren Menschen zuständig zu sein.“ Die Eschweger Tafel gibt laut Liese an 410 Personen, die regelmäßig zur Tafel kommen, Lebensmittel aus. Diese Personengruppe bestehe hauptsächlich aus Rentnern und Menschen, die eine Grundsicherung erhalten.

Da mit dem Krieg in der Ukraine die Zahl der Geflüchteten auch in Eschwege weiter zunimmt, griff zunächst ein unbürokratischer Notfallplan. Jeder der Geflüchteten erhielt eine Notration, welche die ersten Tage nach der Ankunft im Werra-Meißner-Kreis bis zur bewilligten Antragstellung auf finanzielle Hilfe für Kriegsflüchtlinge überbrücken soll. Allerdings sei für die Versorgung eine große Menge an Lebensmitteln notwendig, des Weiteren würde es für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel immer schwieriger, den Ansturm an Menschen zu bewältigen. Beinahe 160 Ukrainer seien bereits mit einer Notration versorgt worden.

Um weiterhin allen helfen zu können, sagte Bürgermeister Alexander Heppe der Tafel finanzielle Unterstützung zu. „Ich habe wirklich großen Respekt vor der Arbeit der Eschweger Tafel“, sagt er. „Es ist Ehrensache, zielgerichtete Unterstützung in dieser schweren Phase zu leisten.“

Unkomplizierte und schnelle Hilfe

Deswegen werde die Stadt eine Summe zur Verfügung stellen, die dann für den Zukauf von Lebensmitteln verwendet werden solle, so der Bürgermeister. Jörn Engler ergänzte: „Natürlich sind wir uns darüber bewusst, wie wichtig Institutionen wie die Tafel sind. Deshalb wollen wir auch unkomplizierte und schnelle Hilfe anbieten.“

Der bisher nicht bezifferte Betrag aus dem Budget der Stadt werde der Tafel in naher Zukunft zur Verfügung gestellt.

Hauptsächlich sollen mit dem Geld Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Molkereiprodukte gekauft und den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden. „Gerade diese Nahrungsmittel erhalten wir momentan nur in geringen Mengen“, sagt Furchert. „Da viele Frauen mit ihren Kindern hierherkommen, ist es wichtig, diese Lebensmittel an die Menschen verteilen zu können.“  

Von Marius Gogolla

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