1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Stadtwerke erhöhen zunächst Abschläge bis Dezember

Erstellt:

Von: Stefan Forbert

Kommentare

Erschrocken betrachtet eine Frau ihre Gasrechnung vor dem Gaszähler ihres Hauses.
Erschrocken betrachtet eine Frau ihre Gasrechnung vor dem Gaszähler ihres Hauses. © Patrick Pleul/dpa

Bei einem halbwegs normalen Winter gibt es genügend Erdgas, sodass die Menschen im Werra-Meißner-Kreis ohne frieren zu müssen bis ins Frühjahr kommen. Davon sind die Geschäftsführer der drei großen Stadtwerke im Werra-Meißner-Kreis – Markus Lecke (Eschwege), Thomas Meil (Witzenhausen) und Wolfgang Grunewald (Bad Sooden-Allendorf) – überzeugt.

Werra-Meißner – Dass die Speicher in Deutschland über dem Plan bereits gefüllt seien, sehen sie als „gutes Zeichen“. Allerdings: Die Preise für die Energie werden steigen. Vom Kino in Bad Sooden-Allendorf beispielsweise wird mitgeteilt, dass sich der Gaspreis verdoppelt. Ein Soodener Hotelbetreiber berichtet von einer Mitteilung über eine Anhebung um 80 Prozent.

Die Stadtwerke Eschwege erhöhen ebenfalls die Abschläge ab Oktober für die restlichen drei Monate des Jahres. Die seien nicht bei allen Kunden gleich, sagt Markus Lecke. Aber beispielsweise bei 100 Euro monatlich müsse der Endkunde mit einer Erhöhung auf 145 bis 150 Euro rechnen. Die Stadtwerke Witzenhausen warten derweil noch ab. Das Gas sei zwar eingekauft, sagt Thomas Meil, der Preis für den Endverbraucher könne derzeit aber noch nicht genau veranschlagt werden.

Als Unsicherheitsfaktor beim Gas nennen die Stadtwerke-Chefs, dass die Zwischenhändler den vor Monaten und Jahren festgeschriebenen Preis nicht halten können. Zum anderen haben die heimischen Energieversorger sich zwar für die nächsten Monate und Jahre große Mengen zu günstigen Konditionen vertraglich gesichert. Doch 15 bis 20 Prozent seien noch nicht fest bestellt. Ein womöglich exorbitant teurerer Einkauf wirke sich dann 2023 und 2024 auch stark auf den Gesamtpreis für die Kunden aus, rechnen Lecke und Meil vor.

Die von der Bundesregierung beschlossene Gasumlage sehen alle als ein sinnvolles Mittel an, dass die Zwischenhändler das georderte Gas auch zum festgelegten Preis liefern können.

Derzeit sei Abwarten angesagt, ergänzt Grunewald, bis die Politik sich stabilisiert habe. Eine Senkung der Mehrwertsteuer hätte jedenfalls für die Endkunden die größten Vorteile. Zumindest sollte der Bund, so die Meinung Meils, mit der zusätzlichen Einnahme aus der Umsatzsteuer die Menschen entlasten. Immerhin: 7 statt 19 Prozent, wie ab Oktober vorgesehen, seien ein Schritt in die richtige Richtung, finden alle Akteure.
(Stefan Forbert)

Erdgas ist Heizmittel Nummer 1 im Land

48,2 % der 40,6 Millionen Wohnungen in Deutschland nutzen Erdgas als Energieträger zum Heizen. Mit Öl – für Zentralheizungen und Ölöfen – wird gut jede vierte Wohnung beheizt. Das besagt eine Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Die Fernwärme kommt bei 13,9 % zum Einsatz, „sonstige Energieträgern“ wie Flüssiggas, Holz/Pellets und Kohle bei 7,5 % sowie Strom (für Wärmepumpen, Nachtspeicheröfen) bei 4,8 % aller Wohnungen zum Einsatz.

Die Fortsetzung und Energiespartipps finden sie in der heutigen Print-Ausgabe und im HNA-ePaper

Auch interessant

Kommentare