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VR-Bank Mitte: Bilanzsumme und Gewinn sind 2022 gewachsen

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Von: Tobias Stück

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Kommen und gehen: Die VR-Bank Mitte ist im vergangenen Jahr um 1875 Mitglieder gewachsen. Es wird erwartet, dass im nächsten Jahr wieder die 50 000er-Marke überschritten wird.
Kommen und gehen: Die VR-Bank Mitte ist im vergangenen Jahr um 1875 Mitglieder gewachsen. Es wird erwartet, dass im nächsten Jahr wieder die 50 000er-Marke überschritten wird.  © Foto: Tobias Stück

Eschwege – Die VR-Bank Mitte, die 2019 aus der Fusion zwischen VR-Bank Werra-Meißner und Volksbank Mitte entstanden ist, ist im vergangenen Jahr stärker als der Markt gewachsen.

„Und das in allen Geschäftsfeldern“, betont Vorstand Björn Henkel. Unter dem Strich bleibt bei einer Bilanzsumme von 2,72 Milliarden Euro ein Gewinn von rund zehn Millionen Euro (vor Steuern). Der fließt in Rücklagen und eine Mitglieder-Dividende.

Bilanz

Krieg, Inflation und auch die Pandemie hätten das Jahr 2022 noch mal zu einem schwierigen Jahr gemacht. Dennoch habe man am Ende über dem selbst gesteckten Plan von 2,64 Milliarden Euro gelegen. Auch das Ergebnis vor Bewertung war nur halb so hoch eingeplant. Der Gewinn lag in den Vorjahren nach Steuern bei 3,2 bzw. 3,4 Millionen Euro.

Zinsgeschäft

Die Ursache für das gute Ergebnis liegt hauptsächlich im Kreditgeschäft. Das ist um zwölf Prozent gewachsen, während marktüblich nur sieben Prozent gewesen wären. 46,7 Millionen Euro beträgt das Ergebnis. Einige Sondereffekte kamen hier am Jahresende auch zum Tragen. Denn Firmenkunden und Baufinanzierungen sind nach Angaben des VR-Bank-Vorstandes seit August/September rückläufig. Grund sind die steigenden Darlehnszinsen. Innerhalb von zehn Monaten sind die Verzinsungen um über drei Prozent gestiegen. Während die Kunden am Jahresanfang etwas mehr als ein Prozent Zinsen für geliehenes Geld gezahlt hat, ist die Belastung bis zum Jahresende auf über vier Prozent gestiegen. „Das habe ich so extrem in meiner Laufbahn noch nicht erlebt“, sagt Uwe Linnenkohl. Deswegen werde von den Kunden inzwischen weniger neu gebaut, dafür mehr saniert und renoviert. Während die Kosten für geliehenes Geld für die Kunden steigen, wird es bald aber auch wieder Gewinne für deponiertes Geld geben. „Ab Februar bieten wir wieder Zinsprodukte an“, sagt Henkel.

Mitglieder

Die Mitgliederzahl der Genossenschaftsbank entwickelt sich darüber hinaus weiter nach oben. 1875 Menschen haben sich im gesamten Verbreitungsgebiet der VR-Bank Mitte im vergangenen Jahr angeschlossen. Insgesamt sind 49 684 Menschen Mitglied. Im nächsten Jahr wird wieder die 50 000er-Marke überschritten. „Nach unserer Fusion 2019 sind wir angekommen, das spüren auch die Kunden“, sagt Henkel. Laut einer Kundenbefragung unter 684 Teilnehmern fühlten sich 83 Prozent wohl.

Henkel und Linnenkohl machten dafür auch das soziale Engagement der Bank verantwortlich. Mehr als 300.000 Euro wurden 2022 in sogenannte regionale Herzensprodukte investiert.

Ausblick

Herausforderung der Zukunft sei es, qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Mit DBV und Verdi habe man im vergangenen Jahr einen Haustarifvertrag vereinbart, der bei der Suche nach Fachkräften helfen soll. Die Personalkosten haben sich mit 23,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr um eine halbe Million Euro erhöht.

Das neue Zinsniveau mache das bestehende Geschäftsmodell wieder rentabler, sagen die Vorstände. Weiterhin wolle man in die Kundenbindung investieren. Über die Telefonfiliale habe man dafür neue Wege gefunden.

Von Tobias Stück

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