Nach 47 Jahren ist Schluss

Stationsleiterin Jutta Eichmann geht in diesem Monat in den Ruhestand

Das Bild entstand in der Zeit vor dem Coronavirus im Klinikum in Eschwege: von links: Chefarzt Dr. Klaus Schild, Dean Nasufovski, Stationsleiterin Jutta Eichmann und Marc Oliver Fischer.
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Das Bild entstand in der Zeit vor dem Coronavirus im Klinikum in Eschwege: von links: Chefarzt Dr. Klaus Schild, Dean Nasufovski, Stationsleiterin Jutta Eichmann und Marc Oliver Fischer.

Nach 47 Jahren im Beruf geht die Stationsleiterin für Gastroenterologie und Pneumologie Jutta Eichmann (63) Ende Januar in Ruhestand. Ihren letzten Arbeitstag hatte sie bereits am Freitag. Allein 28 Jahre war Jutta Eichmann Stationsleiterin.

Eschwege - Wie damals noch üblich, verbrachte sie ab 1973 erst mal ein Jahr auf dem Pflegeinternat. 1974 ging es los mit der Berufsausbildung auf der Jenny-Werner-Schule. „Das war meine schönste Zeit. Wir haben sehr viel Interessantes gelernt und auch viel gearbeitet“, erzählt Jutta Eichmann. Nach der Ausbildung gab es die Verpflichtung, mindestens ein Jahr im Klinikum zu arbeiten.

Nach der Ausbildung folgten 13 Jahre Tätigkeit auf der Inneren Station, damals Gastroenterologie und Kardiologie zusammen. In dieser Zeit erwarb sie auch die Weiterbildung zur Stationsleitung. Nach der Erziehungszeit mit ihrer Tochter wurde Eichmann ab Dezember 1992 Stationsleiterin auf der Station 8 (erst nur Gastroenterologie und dann Pulmologie dazu).

„Stolz waren wir hier, als die ersten Chemotherapien für unsere Patienten angeboten wurden und wir uns qualifizierten, diese auf Station zuzubereiten“, erinnert sich Eichmann.

Ob sie ihren Berufsweg wieder so einschlagen würde? „Ja. Mein Beruf ist der schönste Beruf der Welt und für mich war immer klar, dass ich Krankenschwester werde.“ Die positive Reflexion der Patienten und Angehörigen habe ihr immer Freude und Spaß an der Arbeit mit Menschen gebracht. Ihr Beruf entwickele sich ständig weiter und es gebe jeden Tag interessante Dinge zu erleben, sagt Eichmann. Heute gebe es etwas mehr administrative Aufgaben. Als junge Schwester habe sie mit dem Gedanken gespielt, mal wegzugehen, „aber eigentlich hat es mir immer so gut hier gefallen, dass es dann doch nie zur Debatte stand“.

Politik sollte Situation am Bett kennen

Für ihr Berufsfeld an sich wünscht sich Jutta Eichmann, dass die Gesundheitspolitik die Situation am Bett kennt und berücksichtigt. Corona sei eine Chance, um aufmerksam zu machen und Steine ins Rollen zu bringen. Doch das wird Jutta Eichmann dann mit etwas Abstand betrachten. Oder? Sie möchte sich jetzt weiter und noch stärker in ihrer Kirchengemeinde einbringen. „Natürlich möchte ich auch die Zeit mit meiner Familie genießen, lesen und in der Natur sein.“ Aber auch im Impfzentrum des Kreises will sie helfen – oder auf Station, wenn mal Not am Mann ist. So ganz weg ist sie dann also doch nicht nach 47 Jahren.

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