Prozess wegen Drogenbesitzes und Handels

Stehen vor Gericht: Zwei Männer sollen beabsichtigt haben, Drogen zu verkaufen

Eine Tüte mit Marihuana und ein gedrehter Joint: Vor dem Amtsgericht Eschwege müssen sich zwei Männer wegen der Absicht des Drogenhandels verantworten.
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Eine Tüte mit Marihuana und ein gedrehter Joint: Vor dem Amtsgericht Eschwege müssen sich zwei Männer wegen der Absicht des Drogenhandels verantworten.

Wegen des Besitzes größerer Mengen Amphetamine, Haschisch, Marihuana und Kokain sowie des Handels mit den Drogen müssen sich derzeit zwei 27 und 39 Jahre alte Männer aus Hessisch Lichtenau und Kassel vor dem Amtsgericht Eschwege verantworten.

Hessisch Lichtenau/Eschwege – Eine Drogen-Küche im Keller und mehrere Kilo Amphetamine, Haschisch und Marihuana sowie einige Gramm Kokain fand die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung in Hessisch Lichtenau im August 2019. Jetzt stehen zwei Männer deshalb vor Gericht. Ein 27-Jähriger aus Hessisch Lichtenau und ein 39-Jähriger aus Kassel müssen sich vor dem Amtsgericht Eschwege wegen des Vorwurfs des „gemeinsamen Tatentschlusses Betäubungsmittel beschafft zu haben, um diese gewinnbringend weiterzuveräußern“ verantworten.

Beide Männer wollten sich nicht zum Vorwurf äußern

Ort des Geschehens war eine Wohnung und der zugehörige Keller in einem Mehrfamilienhaus. Die Entdeckung – ein Zufallstreffer: Eigentlich seien die Beamten an einem Freitag nach einem blutigen Streit vor dem Haus auf der Suche nach den Tatwaffen gewesen. Das offene Kellerfenster schien als Versteck in Frage zu kommen, wie ein Polizeibeamter als Zeuge vor Gericht erklärte. Der unverschlossene Kellerraum entpuppte sich dann als Drogen-Küche. Handschuhe, Küchenwaage, Laminiergerät und -folien sowie eine Küchenmaschine gehörten zu Ausstattung. Diese wurde neben etwa 250 Gramm Amphetaminen und vier Gramm Kokain sichergestellt.

Bei einer zweiten Durchsuchung am darauffolgenden Montag konnten die Polizeibeamten die zum Kellerabteil gehörige Wohnung ausfindig machen. Zu diesem Zeitpunkt wohnten der 27-jährige Angeklagte und sein 28-jähriger Mitbewohner dort. Letzteren trafen die Beamten, so die Aussage vor dem Amtsgericht, im Hausflur und schließlich ließ er die Polizisten für eine Durchsuchung in die Wohnung. Auf und im Wohnzimmertisch, in den beiden Schlafräumen und sogar im Gemüsefach stießen die Beamten auf Ecstasy (MDMA), Haschisch, Marihuana und Kokain, wie die Staatsanwältin verlass. Insgesamt fast fünf Kilogramm.

Der 28-jährige Mitbewohner habe nichts damit zu tun, wie er als Zeuge aussagte. Darüber, dass er bei der Durchsuchung sehr nervös gewirkt habe und den Fragen der Beamten ausgewichen sei, berichtete eine damalige Polizeipraktikantin am Dienstag. Der 28-Jährige will außerdem die Sporttasche, in der sich ebenfalls ein Teil der Betäubungsmittel befand und die in seinem Zimmer gefunden wurde, nicht gekannt haben. Auch dass er die beiden Angeklagten als Kurierfahrer nach Kassel gefahren haben könne, verneinte er. „Ich habe sie nur gefahren, sie hatten keine Taschen dabei.“

Bei dieser ersten Sitzung am Dienstag stand zum großen Teil der 28-Jährige im Fokus und die Frage, wie viel er mitbekommen hat. Bei seiner Aussage vor dem Amtsgericht gab er an, sich an vieles nicht erinnern zu können. Erst auf Nachbohren der Richterin, die ihn mit seinen Aussagen vor zwei Jahren gegenüber der Polizei konfrontierte, räumte er ein, dass er einmal für seinen Mitbewohner hatte Gras abwiegen wollen und mitbekommen habe, wie sich die beiden Angeklagten darüber unterhalten haben sollen, Drogen in Kassel abzuholen. „Die Luft bei Ihnen wird immer dünner“, so die Richterin.

Die Verhandlung wird in der kommenden Woche Dienstag, 29. Juni, fortgesetzt. Beginn ist 10.15 Uhr. (Hanna Maitherth)

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