Stein um Stein

Klageflut nach Streit um Feldweg bei Herleshausen

+
Gigantisch: das Baggerloch am Herleshäuser Steinbruch. Das Unternehmen Petrasch beruft sich auf gültige Abbaugenehmigungen, die auch die Fläche des ehemaligen Weges mit einschlössen. Die Gemeinde pocht hingegen auf dem Recht des Eigentümers.

Unstrittig ist in diesem Fall nur wenig. Etwa die Tatsache, dass der gemeindeeigene Feldweg am Steinbruch zwischen den Herleshäuser Ortsteilen Wommen und Breitzbach einem Sieben-Meter-Krater gewichen ist.

Ausgehoben von Maschinen des Sontraer Unternehmens Petrasch.

Nun wird es kompliziert – denn darüber, wer nun eigentlich im Recht ist, hat sich in den vergangenen Wochen ein heftiger Streit zwischen Gemeinde und Steinbruchbetreiber entwickelt.

Keine leichte Aufgabe für die Gemeindevertreter Herleshausens, die in ihrer jüngsten Sitzung am Dienstagabend über die nächsten Schritte der Gemeinde zu entscheiden hatten.

Die Streithähne

Das Sontraer Unternehmen Petrasch hat zum 1. Juli Klage gegen die Gemeinde Herleshausen eingereicht. Beanstandet wird die Herleshäuser Forderung, den Feldweg sofort, und zwar in gleicher Güte und Qualität, wieder herzustellen. Die Gemeinde ihrerseits bereitet sich nun mit Hilfe des Hessischen Städte- und Gemeindebundes auf eine gerichtliche Auseinandersetzung vor.

Das Vergleichsangebot

Nach einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin Ende Juni samt den Rechtsbeiständen unterbreitete Petrasch ein Vergleichsangebot: Das Unternehmen wolle der Gemeinde den Feldweg abkaufen – zu sehr guten Konditionen. Laut Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld wurde das Angebot aber umgehend abgelehnt. Denn würde Herleshausen annehmen, könnte die Bebraer Firma Beisheim ihrerseits Schadensersatzforderungen gegen die Gemeinde geltend machen.

Der Dritte im Bunde

Lesen Sie auch:

Sieben-Meter-Krater: Feldweg einfach weggebaggert

Die Bebraer Firma Beisheim hat das Gelände, das an das des Unternehmens Petrasch angrenzt, erworben – in der Absicht, dort ebenfalls einen Steinbruch zu errichten. Die Grundstücksgrenze markierte der Feldweg – zugleich die einzige Möglichkeit für die Beisheimschen Maschinen, auf das Abbruchgelände zu gelangen. Beisheim hat mit der Gemeinde einen Wegenutzungsvertrag abgeschlossen. Der kann durch die zehn Meter Baggerloch zurzeit nicht erfüllt werden.

Die Schlichtung

Die Gemeindevertreter diskutierten über die Möglichkeit einer Schlichtung. Wohl auch, um eine mögliche, jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung zu verhindern. „Petrasch ist bereits jahrelang in der Region tätig und schafft Arbeitsplätze“, gab Erich Möller, Vorsitzender der Herleshäuser CDU-Fraktion, zu bedenken. Bürgermeister Scheld räumte einer Schlichtung allerdings wenige Erfolgschancen ein – schließlich klage Petrasch bereits.

Feldweg am Steinbruch bei Herleshausen weggebaggert

Hier ist der Krater

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.