Lebensraum für Uhus und Echsen

Werkstatt für junge Menschen rettet das Zuhause vieler seltener Tiere

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Renaturierung im Steinbruch: Maschinenführer Florian Kulle trägt den Humus vom Boden ab und gräbt mit dem Radlader die Wurzeln der entfernten Pflanzen aus.

Seltene Tiere und Pflanzen leben und wachsen  im Steinbruch in Gertenbach. Arbeitseinsatz Werkstatt für junge Menschen erhält ihr Biotop

Wilder Thymian, ein brütender Uhu, seltene Gräser, Stauden und Gehölze sowie Zauneidechsen und Schlingnattern. Im alten Steinbruch, östlich von Gertenbach an der Albshäuser Straße ist die Naturvielfalt groß.

Damit das künftig auch so bleibt, weiterhin Tiere und Pflanzen dort ihren Lebensraum finden, wird der Steinbruch zurzeit durch die Werkstatt für junge Menschen in Eschwege unter der Leitung von Hans Jakob Latz und Maschinenführer Florian Kulle renaturiert. 

Nach dem Abbau von Kalk und Kalkschotter wird der Steinbruch seit vielen Jahren nicht mehr genutzt. „Alte Steinbrüche bilden ganz besondere Umweltbedingungen“, erklärt Hans Jakob Latz. In den zerklüfteten Felswänden brütet im Gertenbacher Steinbruch seit vielen Jahren ein Uhu und der wilde Thymian wächst auf den Schuttkegeln der Steinbruchsohle.

Große Artenvielfalt: Zauneidechsen und Schlingnattern im Steinbruch 

Im Laufe der Jahre eroberte die Natur nach der Aufgabe des Steinbruchs ihr Territorium zurück, bis die Sohle wieder vollständig begrünt war. Allerdings: „Auch Gräser, Stauden und Gehölze breiteten sich immer weiter aus und zerstören durch die Beschattung diesen typischen Lebensraum“, sagt Latz weiter.

Um diesem Verlust entgegenzuwirken, befreiten Mitarbeiter der Werkstatt für junge Menschen in einem ersten Schritt die Oberfläche der Steinbruchsohle von diesen Pflanzen. Zurzeit kümmert sich Maschinenführer Florian Kulle mit einem Radbagger um die unterirdischen Pflanzenteile und entfernt den entstandenen Humus.

Durch die Arbeiten soll auch ein ehemaliges Feuchtbiotop im westlichen Bereich der Fläche reaktiviert werden. „Dem gesamten Bereich wird dadurch seine hochwertige Struktur zurückgegeben, sodass dieser seltene Lebensraum auch langfristig erhalten bleibt“, sagt Hans Jakob Latz. 

Finanziert wird die Naturschutzmaßnahme von der Stadt Witzenhausen.

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