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Heimische Banken haben Gebühren für Tagesgeld abgeschafft

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Von: Tobias Stück

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Geld
Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Werra-Meißner – Negativzinsen für Tagesgeld sind bei den heimischen Kreditinstituten kein Thema mehr und werden voraussichtlich auch nicht so schnell zurückkehren. Davon gehen Sparkasse Werra-Meißner und die VR-Bank Mitte nach derzeitigem Stand aus.

Die sogenannten Strafzinsen wurden bei beiden Kreditinstituten schon vor einigen Wochen wieder abgeschafft. Alle mit Filialen vertretenen Banken im Werra-Meißner-Kreis hatten Negativzinsen auf Tagesgeldkonten und Verwahrgebühren auf Girokonten zwischen Ende 2019 und Mitte 2020 eingeführt. Sehr vermögende Kunden und Neukunden mussten sich auf Zusatzkosten von minus 0,5 Prozent pro Jahr einstellen. Meistens galt ein Freibetrag von 100.000 Euro. „Natürlich hat sich niemand darüber gefreut. Die meisten Kunden haben dafür aber Verständnis gezeigt“, sagt Sparkassen-Vorstand Dietmar Janz.

Die Sparkasse hat die „Verwahrentgelt-Vereinbarungen“ bereits Ende Juli, als die Europäische Zentralbank den Einlagezins auf 0 Prozent erhöhte, wieder abgeschafft. Die VR-Bank Mitte verzichtet seit 1. September auf diese Gebühr. „In Zeiten der Negativzinsen stand bei den Kunden der heimischen Kreditinstitute die Umschichtung in alternative Geldanlagen im Vordergrund“, sagt Unternehmenssprecher Florian Hartleib. Besonders Fonds- und Wertpapieranlagen standen und stehen im Interesse der Anleger von VR-Bank und Sparkasse.

Tagesgeldkonten werden jetzt mit 0 Prozent verzinst

Wie geht es jetzt weiter mit den Geldanlagen für Privatkunden? Tagesgeldkonten werden jetzt mit 0 Prozent verzinst. Die Kunden müssen nicht für ihr Vermögen zahlen, bekommen aber auch keine Gutschrift. „Mit dem zweiten Zinsschritt liegt der aktuelle Einlagenzins bei 0,75 Prozent – mit steigender Tendenz“, sagt Janz. Sparbriefe werden mit einem bis zwei Prozent Verzinsung angeboten. Eine zeitnahe Rückkehr zu Negativzinsen schließen sowohl Janz als auch Hartleib vorerst aus. Viel mehr stehe momentan das Thema hohe Inflation von etwa sieben Prozent auf der Agenda der Menschen und der Banken. Sie empfehlen, die persönliche finanzielle Situation zu überprüfen und gegebenenfalls neu aufzustellen.

Gebühren der EZB an Kunden weitergegeben

Seit November 2019 mussten Banken auf ihr Guthaben – abzüglich eines Freibetrags – bei der Europäischen Zentralbank Negativzinsen zahlen. Diese gaben sie an die Kunden weiter. Am 27. Juli wurde der Leitzins erhöht. Deutsche Bank und Commerzbank, die anderen noch im Landkreis vertretenen Kreditinstitute, haben die Negativzinsen ebenfalls abgeschafft. Die Sparda-Bank hatte nie welche erhoben. 

Von Tobias Stück

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