Schulamtsleiterin Anita Hofmann geht in Ruhestand

„Streng, aber gut drauf“: Schulamtsleiterin Anita Hofmann geht in Ruhestand

Nur noch zum Aufräumen und zur Übergabe geht Anita Hofmann ins Staatliche Schulamt in Bebra. Vor ihr liegt der Ruhestand.
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Nur noch zum Aufräumen und zur Übergabe geht Anita Hofmann ins Staatliche Schulamt in Bebra. Vor ihr liegt der Ruhestand.

Sie ist Schulamtsleiterin im Kreis Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner: Anita Hofmann. Nun geht sie in den Ruhestand. Ein Porträt.

Bebra – „Klare Worte sind eine Verpflichtung in einer Leitungsfunktion“, sagt Anita Hofmann. Die Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Bebra, Aufsichtsbehörde für die Schulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg und im Werra-Meißner-Kreis, hat diese klaren Worte nicht gescheut und auch mal strenge Briefe mit Forderungen an Schulen geschickt. Jetzt geht die 65-jährige Rotenburgerin in den Ruhestand.

Angemessen für Lehrkräfte schien es ihr zum Beispiel, während der Corona-Pandemie nur für die nötigsten Wege nach draußen zu gehen und nicht etwa „Freizeit“ zu demonstrieren, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen vom Präsenzunterricht befreit waren.

„Mein Streben war immer, zu unterrichten“

Dennoch nimmt sie für sich in Anspruch, pfleglich mit dem Personal umgegangen zu sein und Stärken gefördert zu haben. Sie muss schmunzeln, wenn sie an die Worte einer ihrer Enkelinnen denkt, die sie „streng, aber gut drauf“ genannt hatte.

Dass sie Leiterin im Schulamt werde würde, war nicht Ziel ihrer Lebensplanung. „Mein Streben war immer, zu unterrichten“, sagt Anita Hofmann. Doch ihre Laufbahn begann in den 1980er-Jahren, zu einer Zeit, als Lehrer zu den Langzeitarbeitslosen zählten.

Nach dem Examen als Haupt- und Realschullehrerin für Mathematik und Biologie konnte sie Spätaussiedler unterrichten, aber nicht im Schuldienst. Sie setzte ein Studium für die Grundschule drauf, um die Einstellungschancen zu erhöhen. Früh engagiert sie sich auch in der Lehrerfortbildung. Schließlich bekommt Hofmann eine Stelle an der Rotenburger Albert-Schweitzer-Grundschule.

Ein Stück weit ins Schulamt „reingeschlittert“

Sechs Jahre arbeitet sie dort. Dann sei sie „angefragt“ worden, ob sie die Leitung der Förderstufe der Jakob-Grimm-Schule übernehmen würde. Vier Jahre bleibt sie dort.

Ins Schulamt sei sie „ein Stück weit reingeschlittert“, erzählt sie. Sie hatte eine Reihe von Fortbildungen gemacht und auch im Studienseminar selbst welche geleitet. Der damalige Schulamtsleiter Wolfgang Krippner holt Hofmann schließlich 2001 ans Schulamt. „Das konnte ich mir damals eigentlich nicht vorstellen. Nur Verwaltung, das war nicht mein Ding.“ Sie tat den Schritt dennoch.

Seit 2010 leitet sie das Amt mit seinen 25 festen Mitarbeitern und 20 „Einfliegern“ wie sie Mitarbeiter nennt, die außerdem an Schulen arbeiten. Nach außen muss auch sie selbst arbeiten: „Vernetzung mit Institutionen und Personen ist unheimlich wichtig.“

Endlich mehr Zeit für die Enkel haben

Inzwischen gebe es gute Verbindungen, etwa zu Jugendämtern, Polizei, den Schulträgern, dem Netzwerk gegen sexuelle Gewalt und anderen Kooperationspartnern. In Gesprächen mit denen zeigt sie klare Kante: „Ich will schließlich, dass gelingt, was wir machen.“ Dass sie ehrgeizig ist, räumt sie unumwunden ein.

In aller Ruhe übergibt Anita Hofmann nun ihre Aufgaben an ihr Führungsteam, Jürgen Krompholz und Dirk Beulshausen, und bummelt freie Tage vom Lebensarbeitszeitkonto ab. Ihre Stelle wird ausgeschrieben. Am 27. Oktober wird sie der Kultusminister offiziell entlassen. Was dann? „Ich freue mich auf mehr selbstbestimmte Zeit mit meinem Mann und endlich mehr Zeit für die Enkel haben. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja dann eine neue Aufgabe“. (Silke Schäfer-Marg)

Zur Person

Anita Hofmann wurde 1956 in Hof/Saale geboren und machte 1974 Abitur in Darmstadt. Sie studierte Biologie und Mathematik für Haupt- und Realschulen in Frankfurt, später auch für Grundschulen. Ihr Referendariat leistete sie in Schenklengsfeld, arbeitete als Lehrerin in Bad Hersfeld, Rotenburg, Niederaula und Bebra. 2001 wechselte sie als Schulaufsichtsbeamtin ins Staatliche Schulamt. Seit 2010 ist sie Amtsleiterin. Anita Hofmann lebt mit ihrem Mann in Rotenburg. Das Paar hat drei Kinder und sechs Enkel.

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