Günstigere Preise, Online-Buchung und Internet im Bus sollen Kunden locken

Studenten als Zielgruppe

Günstige Alternative: Der Hessisch Lichtenauer Unternehmer Bernd Frölich will mit seinen neuen Bussen ab Februar Fernverkehr von Kassel nach Köln und Dresden anbieten. Foto: Geier

Hessisch Lichtenau / Kassel. Bisher hatte der Busverkehr wegen des Bahn-Monopols für weite Strecken in Deutschland eine geringe Bedeutung: Nur 2,3 Prozent der gesamten Personenbeförderung in Deutschland erfolgte über Fernbusse.

In Kassel gab es bisher zehn Anbieter, erklärte Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP). Diese hätten Ausnahmegenehmigungen oder würden nur in Kassel halten, aber nicht von hier aus direkt starten. Genau das haben jetzt drei Unternehmen vor und die Lizenz dafür beantragt. Dahinter steckte ein Gesetz aus dem Jahr 1934. Das Personenbeförderungsgesetz war damals zum Schutz der Deutschen Reichsbahn entworfen worden und sicherte der Bahn eine Alleinstellung. Fernbuslinien konnten bis zur Aufhebung zu Beginn des Jahres nur genehmigt werden, wenn damit eine Verbesserung einherging.

„Natürlich ist der Einstieg in diesen Markt nicht ohne Risiko“, sagt Bernd Frölich, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma aus Hessisch Lichtenau. Er gehört zu den drei Unternehmern, die von Kassel aus Personen befördern wollen. Seine Busse werden ab Anfang Februar von Kaufungen-Papierfabrik aus starten, weil es dort einen großen P+R-Parkplatz gibt, auf dem die Kunden kostenlos parken können.

Anfang 2012 musste beispielsweise der private Fernbusbetreiber Autobahnexpress, der Fahrten zwischen Kassel und Leipzig angeboten hatte, Insolvenz anmelden. Solche Szenarien schrecken Frölich nicht ab. „Autobahnexpress hat nicht funktioniert, weil das Marketing nicht stimmte, und der Gründer es ganz allein versucht hat.“ Er rechnet sich gute Chancen auf Erfolg aus. Dafür hat er extra drei neue Fahrer eingestellt. Als große Konkurrenz für die Bahn sieht der Chef von 170 Mitarbeitern sich aber nicht. „Wir werden die Menschen ansprechen, die sonst mit der Mitfahrzentrale unterwegs sind.“

95 Prozent der Buchungen sollen dabei über das Internet erfolgen, Tickets sollen aber auch in Reisebüros in Hessisch Lichtenau und Eschwege gebucht werden können. Den Ticketverkauf und das Marketing übernimmt die Firma Flixbus aus München.

Kassel sei ein wichtiger Knotenpunkt für das Flixbus-Netz, erklärte Geschäftsführer André Schwämmlein. Kassel und Göttingen seien interessant, weil sie über viele Studenten verfügten. Neben günstigen Preisen locken die Unternehmen auch mit Internetverbindungen im Bus.

Von Max Holscher

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