Zahl der Arten geht im Kreis zurück

Stummer Frühling durch fehlende Vögel 

Werra-Meißner. Einen vergleichsweise stummen Frühling gibt es in diesem Jahr im Werra-Meißner-Kreis. Grund ist der Rückgang der Zahl der Arten und Individuen in der Vogelwelt, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung bei der unteren Naturschutzbehörde.

An Zahlen lasse sich das zwar nicht festmachen, „aber ich habe bestimmt 300 Arten in meinen Büchern beschrieben, von denen einige bereits ganz verschwunden sind“, sagt der Kreisbeauftragte für Vogelschutz, Wolfram Brauneis. Betroffen davon seien vor allem die Vögel des Offenlandes wie die Feldlerche und der Steinkauz.

 Die Gründe für diesen Rückgang seien vielfältig und komplex, heißt es bei der unteren und der oberen Naturschutzbehörde. So habe es zum Beispiel „erhebliche Veränderungen in der Landwirtschaft“ gegeben wie deren Intensivierung, den Rückgang der Viehzucht und die Umwandlung von Auen in Ackerland. Ebenso sei der Arten-Rückgang in der Vogelwelt auch auf eine Flächenversiegelung und die Umgestaltung von Gärten zurückzuführen: „Hier sind der Verlust von Streuobstbeständen und Nutzgärten zu nennen“, heißt es vonseiten des Kreises. 

Alle Gründe führten dazu, dass es zum einen weniger Brutplätze und Verstecke vor natürlichen Fressfeinden gebe, zum anderen aber auch die Nahrung fehle: Insekten seien das perfekte Futter für das Jungvieh, doch auch die finden immer weniger Platz und werden zudem noch bekämpft. „Es muss wieder mehr Ökologie ins Spiel gebracht werden“, sagt deshalb Brauneis.

Versucht werde das bereits: So sei das Landwirtschaftsamt „sehr aktiv bei einer ganzjährigen Beweidung“, erklärt ein Mitarbeiter der oberen Naturschutzbehörde mit Sitz in Kassel; der Erhalt der bisherigen Grünflächen und auch das Anlegen von neuen Blühflächen sei wichtig sowohl für die Vögel als auch für die Insekten. 

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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