Probleme im ÖPNV

Sturm Sabine richtete kaum Schäden im Werra-Meißner-Kreis an

+
Straßenbahn gegen Baum: Erheblicher Schaden entstand durch diesen Baum, der beim Sturm bei Helsa auf die Lossetalstrecke fiel. Verletzt wurde bei der Kollision am Sonntagabend niemand.

Zumindest im Werra-Meißner-Kreis haben sich die Beeinträchtigungen durch Sturmtief Sabine, das in der Nacht zu Montag mit seiner stärksten Kraft über die Region zog, in Grenzen gehalten.

Bis auf wenige umgestürzte Bäume, von denen niemand verletzt wurde, leichten Ziegelschäden an Häusern und umgewehten Verkehrsschildern sei nichts passiert, bilanzierte Christian Sasse, Leiter der Gefahrenabwehr beim Landkreis.

Christian Sasse, Leiter Gefahrenabwehr

Seinen Angaben zufolge rückte die Feuerwehr lediglich zu einem Einsatz bei Großalmerode aus. „Es war ruhig, wir haben Glück gehabt“, so Sasse.

Am folgenschwersten wirkte sich das Umstürzen eines Baumes auf die Oberleitung der Lossetalstrecke der Tramlinie 4 zwischen den Helsaer Straßenbahn-Haltestellen „Im Steinhof“ und „Waldhof“ schon am Sonntagabend aus. Eine Tram fuhr in den Baum und wurde beschädigt; sie sollte bis Montagmittag freigeschnitten werden. Die Strecke in Richtung Osten blieb wegen Oberleitungsschäden auf rund 150 Meter Länge gesperrt. Die Verbindung von und nach Hessisch Lichtenau wird seither durch Busse aufrecht erhalten. Nach Angaben von Pressesprecherin Heidi Hamdad von der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVG) kann die Strecke frühestens am Dienstagnachmittag wieder freigegeben werden, was aber noch nicht sicher sei.

Viele Ausfälle im Busverkehr habe es nicht gegeben, berichtete Pressesprecherin Sabine Herms vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Den Busunternehmen war freigestellt worden, entsprechend den Straßenzuständen zu reagieren.

So meldete Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau die Sperrungen der Linien 206 und 207, weil die Landstraßen zwischen Wickersrode und Reichenbach sowie Hessisch Lichtenau und Friedrichsbrück laut Hessen Mobil nicht passierbar waren. Die Linie 206 war gegen Mittag wieder im Einsatz, die Linie 207 soll voraussichtlich ab heute wieder normal fahren.

Die Cantus Verkehrsgesellschaft hatte ihre Züge laut Harms bereits am Sonntag gegen 22 Uhr nicht mehr fahren lassen. Am Montagvormittag lief der Personenverkehr dann aber wieder an und habe sich zusehens normalisiert.

Katwarn informiert über Notsituationen

Über die Unwetterwarnung und den Schulausfall hat der Werra-Meißner-Kreis neben den Tageszeitungen im Kreis auch über die Smartphone-App Katwarn informiert. 

„Diese Vorgehensweise hat sich bewährt“, sagt Kreisbrandinspektor Christian Sasse. 13 270 Menschen wurden so auf einen Schlag erreicht. Er wünscht sich aber auch, dass noch mehr Menschen diese App nutzen.

Infos zum Warnsystem Katwarn erhalten Sie unter katwarn.de

Wegen Sturmgefahren blieben Schulen zu

Vorsorglich blieben wegen des Sturmtiefs Sabine die Schulen im Werra-Meißner-Kreis am Montag geschlossen. Ein Krisenstab des Kreises um Christian Sasse und Landrat Stefan Reuß hatte am Sonntagnachmittag den Unterricht für gestern abgesagt.

Fast alle Schulen hatten eine Notbetreuung für Schüler eingerichtet. Stichprobenartige Umfragen unserer Zeitung ergaben, dass das Betreuungsangebot nur sehr selten und gering genutzt wurde. So auch an der Johannisberg-Schule in Witzenhausen. Von 700 Schülern nutzte nur ein einziger Schüler vom Standort Gartenstraße die Betreuungsmöglichkeit. 

Seit er die Schule leitet, habe es einen Fall wie diesen, wo bereits am Vortag feststand, dass die Schule geschlossen bleibt, noch nicht gegeben, sagte Andreas Hilmes. 

Vor zwei Jahren, so erinnert er sich, habe man aber den Unterricht wegen massiver Unwetterwarnung frühzeitig beendet. „Die Sicherheit der Schüler steht immer an erster Stelle“, so Hilmes. Die Lehrer mussten am Montag trotzdem ihren Dienst antreten. „Es sollte sich aber niemand auf dem Weg zur Arbeit in Gefahr gegeben, darum sind einige Kollegen auch daheim geblieben, denn die Stunden können nachgearbeitet, Unterricht vorbereitet und Arbeiten auch von zu Hause aus vorbereitet und korrigiert werden“, sagte Hilmes. 

Am heutigen Dienstag wird der Unterricht an den Schulen wieder wie gewohnt stattfinden. 

Hat es große Schäden in den Wäldern gegeben? Nach dem ersten Eindruck der Revierleiter zeichnet sich für die Forstverwaltung ab, dass man in der Region „relativ glimpflich“ davon gekommen sei. 

Auch wenn man noch nicht wieder überall in den Wald komme, so berichtete Leiter Matthias Dumm vom Forstamt Hessisch Lichtenau am Montagnachmittag, seien die Schäden nicht mit denen zu vergleichen, die die Orkane Kyrill 2007 und Friederike im Januar 2018 hinterlassen hatten. 

Die meisten umgeknickten Bäume erwartet Dumm im Bereich des Kaufunger Waldes, wo am meisten Fichten stehen, die zudem noch durch den Borkenkäfer geschwächt seien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.