In der WG aus der Sucht: Verein „Die Chance“ feierte 20-jähriges Bestehen

In der Gemeinschaft trocken leben: Gründerin Elke Bölling (rechts) begrüßte die Gäste zum 20. Geburtstag der WG und Selbsthilfegruppe „Die Chance“. Foto: Huck

Ellingerode. Seit über 20 Jahren ist Elke Bölling für suchtkranke Menschen da und hat schon vielen mit ihrem Engagement geholfen oder sogar das Leben gerettet.

Vor 20 Jahren gründete sie den Verein „Die Chance“, eine private Wohngemeinschaft mit familiärem Charakter für Menschen, die ein suchtmittel- und gewaltfreies Leben beginnen wollen. Mit einem Fest und vielen Gästen beging die Einrichtung am Wochenende in Ellingerode ihr 20-jähriges Bestehen.

Die aktuellen Bewohner bewirteten die Gäste, ehemalige Mitbewohner waren zu Besuch gekommen, und auch viele offizielle Vertreter von Stadt oder Kirche waren zum Gratulieren erschienen. Elke Bölling ist selbst trockene Alkoholikerin. Sie weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es sein kann dieses neue Leben zu beginnen. Vor 20 Jahren gründete sie „Elkes WG“, weil sie laut eigener Aussage dankbar ist über die Hilfe die ihr zuteil geworden ist und ein Stück davon weitergeben wollte. „In der Gemeinschaft lässt sich ein trockenes Leben besser ertragen“, sagt die 61-Jährige, die weiß, dass Gleichgesinnte sich einfach besser verstehen. „Nicht immer macht man sich bei anderen Menschen beliebt, wenn man strikt keinen Alkohol trinkt“, so Elke Bölling. In den vergangenen 20 Jahren hat sie mit ihrem Wohnprojekt, das sich mittlerweile auf zwei Häuser erstreckt, eines in Ellingerode, ein weiteres in Bischhausen, vielen hundert Menschen geholfen, sie aufgenommen und bestärkt. Nicht alle sind trocken geblieben, aber jeder einzelne, der es geschafft hat, ist ein Gewinn.

4000 Menschen beraten

Die Suchthilfe hat über 4000 Männer und Frauen beraten. Momentan stehen 26 Menschen auf der Warteliste für einen Platz in einer der Wohngemeinschaften. Das Selbsthilfeprojekt ist größer geworden, als Elke Bölling es je für möglich gehalten hat. „Ich bin froh über ganz tolle Mitarbeiter, viel ehrenamtliche Unterstützung und die gute Zusammenarbeit mit Ärzten, Krankenhäusern und Behörden“, sagt Elke Bölling. Außerdem ist sie dankbar für viele großartige Menschen, die sie in den vergangenen Jahren durch ihre Gruppe kennenlernen durfte. Zwar habe es auch Enttäuschungen gegeben, die Erfolge aber zählten mehr, so die engagierte Frau.

Es gab viele Blumenpräsente und eine Urkunde, ausgestellt von Landrat Stefan Reuß, dazu viele nette und anerkennende Worte, unter anderem von Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer. (zwh)

Kontakt: Weitere Informationen zum Verein Die Chance gibt es unter Tel. 0 55 42/21 91.

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