Entscheidung zum Trassenkorridor fällt jetzt erst im Sommer

Suedlink: Vier Knackpunkte gehen in die Verlängerung

Die Entscheidung, ob die Höchstspannungskabel beim Suedlink-Projekt tatsächlich gemäß der derzeit favorisierten Trasse von Neu-Eichenberg durch das Werratal und den Ringgau bis nach Gerstungen südlich von Herleshausen geführt werden soll, fällt jetzt erst im Sommer.

Die Bundesnetzagentur (BNA), die die Entscheidung zunächst im Dezember und dann im Januar treffen wollte, hat nach zwischenzeitlich noch erteilten Prüfaufträgen an die Netzbetreiber Tennet und Transnet BW nun für zwei Korridorsegmente im Landkreis Northeim und im Westen von Göttingen ein erneutes Beteiligungsverfahren vorgesehen. Das wurde Mitte der Woche bekannt gegeben.

Außerdem werde am Samstag, wie BNA-Pressesprecherin Ulrike Platz auf Anfrage teilte, auch die sogenannte örtliche Nachbeteiligung für Alternativen in zwei Trassenbereichen im Werra-Meißner-Kreis bekanntgemacht.

Aktuell gehen die Betreiber davon aus, dass der 1000-Meter-Korridor, in dem die konkrete Trasse für die Erdkabel gefunden werden muss, im Sommer festgelegt ist. So schätzt es auf Anfrage Tim Sommers, Bürgerreferent der Tennet, ein. Laut BNA soll die Entscheidung „voraussichtlich zum Ende des zweiten Quartals“ veröffentlicht werden.

Bei den zwei Nachbeteiligungen in Niedersachsen geht es zum einen um die Abkürzung einer Querspange vom westlichen zum östlichen Trassenstrang, der durch Thüringen führt. Zum anderen soll im Westen von Göttingen ein westlicherer Alternativkorridor unter die Lupe genommen und zur Diskussion gestellt werden, der entfernter von den kleineren Ortsteilen Hetjershausen und Hasenwinkel verläuft.

Sollten die neuen Einschätzungen in Niedersachsen dazu führen, dass ein Konfliktpunkt als Sperre erachtet wird, dann wäre die angedachte Trasse durch den Werra-Meißner-Kreis nicht realisierbar, erläuterte Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann auf Anfrage die Bedeutung der jetzigen Nachbeteiligung.

Im Werra-Meißner-Kreis werden nach Angaben von Wallmann bei zwei Konfliktpunkten Alternativplanungen betrachtet: Zum einen geht es um eine Umgehung des Ringgauer Ortsteils Netra im Süden statt – wie bislang vorgeschlagen – im Norden. Zum zweiten soll bei dem alternativen Trassenabschnitt durch das östliche Meißnervorland im Schweinsbachtal nahe dem Gut Mönchshof in der Gemeinde Meißner eine kleine Verlegung wegen eines geplanten Gipsabbaulagers in Erwägung gezogen werden. Außerdem hatte der Landkreis bei der BNA den Bereich nördlich des Steinbruchs bei Ringgau-Röhrda als konfliktträchtig angemeldet. Dafür gibt es wohl keine Nachbeteiligung.

Auf das Angebot des Landkreises, die Unterlagen diesmal auch in der Kreisverwaltungs-Außenstelle in Eschwege-Oberhone auszulegen, damit man zum Einsehen nicht bis nach Kassel fahren muss, ist die BNA laut Pressesprecherin Ulrike Platz eingegangen. Sie kündigt an, dass die Unterlagen vom 17. Februar bis 26. März ausgelegt und zugleich im Internet veröffentlicht werden. Äußerungen zu den Alternativen sind bis 16. April möglich.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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