150 Tage in der Werkstatt: Karl-Otto Hohmeyer zeigt Bethlehems Stall in Sooden

Über 150 Tage Arbeit: Ein Teil der Weihnachtskrippe im Hof von Karl-Otto Hohmeyer. Damit die Figuren vollzählig bleiben, wird abends Im Steinborn 2 A das Tor abgesperrt. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Karl-Otto Hohmeyer hat eine Weihnachtskrippe im Maßstab von weniger als 1:4 und mit ganz viel Liebe zum Detail gebaut. Sie steht jetzt im Hof am Steiborn in Sooden.

„Sägespäne, überall nur Sägespäne“ - im Flur, dem Treppenhaus, in der guten Stube und selbst in Ottos schlohweißem Haar. Was Gabi Hohmeyer mit einem leichten Seufzer und rollenden Augen so plastisch beschreibt, ist das „Alibi“ ihres Mannes, der wieder einmal einen ganzen Tag in der Werkstatt verbracht hat, um mit Stichsäge, Leim, Farbe, Lack und einer gehörigen Portion Geduld das herzustellen, was jetzt bewundernde Blicke auf sich zieht: die überwiegend hölzerne Nachbildung des Geschehens von Bethlehem.

Bis zu 50 Zentimeter hoch sind die bis jetzt 48 Figuren, die Karl-Otto Hohmeyer um den anderthalb Quadratmeter großen und 1,20 Meter hohen Stall genau dort gruppiert hat, wo üblicherweise die Autos der Familie parken.

Als wollten sie einen Blick auf Maria und Josef und den verheißenen und in Stroh gebetteten Erlöser erhaschen, streben Zwei- und Vierbeiner dem Jesuskind entgegen, das sich durch den Atem von Ochs’ und Esel erwärmen lässt: Hirten, Bettler, natürlich die drei Heiligen Könige, Schafe, Ziegen und selbst Kamele. Und über allem funkelt der Stern vom Bethlehem. „Der Otto hat schon immer gern gebastelt“, weiß Gabriele um die Leidenschaft ihres Mannes, der im August 70 Jahre alt wurde und seit 2011 Rente bezieht.

Das handwerkliche Geschick hat ihm sein Vater in die Wiege gelegt, der seine Brötchen einst als Schreiner verdiente. Im Ruhestand lange ausgehalten hat es der Sohn freilich nicht. Schon vor fünf Jahren hat er angefangen, für seine Weihnachtskrippe zu werkeln, vorzugsweise immer im beginnenden Frühjahr. Zählt er alle Arbeitsstunden zusammen, kommt er auf gut 150 Tage.

„Stichsäge, Oberfräse und Bandschleifer waren meine wichtigsten Maschinen“, erzählt Karl-Otto Hohmeyer, wie er die Figuren aus Spanplatten heraus geschnitten hat, in mehreren Lagen verleimt, mit Farbe bemalt und abschließend das Fichtenholz wetterfest lackier hat.

Als Sprössling eines Tischlers hat er zu Holz eine besondere Affinität. Die rustikale Küche im eigenen Fachwerkhaus hat er komplett selbst hergestellt, ebenso die Wand- und Deckenverkleidung in der ganzen Wohnung. Sogar den großen Balkon hat er aus Holz „gebastelt“ und dabei die Dachbalken des früheren Kurmittelhauses verwendet.

Zwei Figuren sollen es noch werden für seine Weihnachtskrippe, „damit ich auf die 50 komme. Eine davon soll ein berittener Elefant werden, der natürlich etwas größer ausfallen wird, damit die Proportionen stimmen. Und dann -- gibt es wieder Sägespäne.

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