Diacom-Altenhilfe hat Notbetreuung eingerichtet

Tagespflege findet jetzt zuhause statt - Einrichtung in Großalmerode ist seit Anfang April geschlossen

Essen auf dem Zimmer: Wegen Corona bleiben in manchen Seniorenheimen die Speisesäle leer, Tagespflege-Einrichtungen wurden komplett geschlossen.
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Essen auf dem Zimmer: Wegen Corona bleiben in manchen Seniorenheimen die Speisesäle leer, Tagespflege-Einrichtungen wurden komplett geschlossen.

Seit Anfang April sind alle Tagespflege-Einrichtungen auf Empfehlung des Hessischen Sozialministeriums wegen der Corona-Pandemie geschlossen. 

Davon betroffen sind auch die zwölf Plätze in der Einrichtung der Diacom-Altenhilfe in Großalmerode, die über die einzelnen Wochentage verteilt von insgesamt 36 bis 40 Senioren belegt waren. Um die Betreuung Pflegebedürftiger sicherzustellen, deren Angehörige berufstätig sind, oder Älteren schlichtweg weiter soziale Kontakte zu ermöglichen, hat die Diacom jedoch eine Notbetreuung zuhause eingerichtet.

Die Mitarbeiter würden nun für Einzelbetreuungen zu den Senioren nach Hause kommen. Anders als in der Tagespflegeeinrichtung könnten die Mitarbeiter jedoch nicht den ganzen Tag vor Ort sein. Der zeitliche Aufwand richte sich individuell nach dem Bedarf. „Wir versuchen, die Lücke zu schließen. Das funktioniert besser als gedacht“, sagt Torsten Rost, Geschäftsführer der Diacom. Vereinzelt würden auch Gäste die Notbetreuung in Anspruch nehmen, die sonst in die Einrichtung gekommen seien. Andererseits hätten im Bereich der häuslichen Pflege, für die eine Tochtergesellschaft der Diacom zuständig ist, einige Kunden die soziale und pflegerische Betreuung ausgesetzt, da viele Angehörige aufgrund der aktuellen Situation auch zuhause seien und die Pflege selbst übernehmen könnten.

Insbesondere im Hinblick auf die häusliche Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch Pflegekräfte aus Osteuropa hatte Rost die Befürchtung, dass diese aufgrund der Pandemie zurück in ihre Heimat reisen würden und die Betreuungssituation vor Ort verschärft würde. „Bei einem Kunden von uns, bei dem wir ergänzende Pflegeleistungen erbringen, war es aber sogar so, dass die Pflegekraft aufgrund der geschlossenen Grenzen nicht zurück in ihre Heimat reisen konnte.“ Die Befürchtung habe sich bisher nicht bewahrheitet. Zwar merke er schon, dass die Erleichterung bei der Arbeitsunfähigkeit seitens des Gesetzgebers dazu führe, dass Mitarbeiter, die wegen einer Erkältung sonst eine Woche krank wären, jetzt vorsichtshalber zwei Wochen krankgeschrieben seien, so Rost. Doch bisher hätten sie niemanden aufgrund eines Mitarbeiter-Engpasses ablehnen müssen. „Wir haben noch Möglichkeiten und Kapazitäten, Pflegeleistungen zu erbringen.“ Insbesondere in Hinblick auf die Heime wisse er aber auch, dass sich das schnell ändern und jemand das Virus unbewusst in das Heim tragen könne. „Die Einrichtungen sind dagegen machtlos.“

Während die Mitarbeiter aller stationären Einrichtungen im Kreis laut Rost aktuell auf das Virus getestet werden, ist ein Abstrich für ambulante Mitarbeiter aufgrund der begrenzten Testkapazitäten bisher nicht vorgesehen.

Von Gudrun Skupio

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