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Gericht stellt Verfahren gegen drei Männer wegen Körperverletzung ein

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Von: Stefanie Salzmann

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Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Eschwege – Für drei Männer aus der Werra-Meißner-Kreis und Kassel, die an einem Sommerabend im August vor zwei Jahren feuchtfröhlich in einer Eschweger Bar feiern wollten, endete die Party gestern als Angeklagte vor dem Eschweger Amtsgericht.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft lauteten auf schwere Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung. Die Männer im Alter von 27, 31 und 35 Jahren sollen den 28-jährigen Betreiber der Bar an jenem Abend angegriffen und geschlagen haben.

Drei Wochen später kam es zwischen dem 31-Jährigen und dem Barbetreiber zu einer weiteren Begegnung. Weil man sich aus der Szene kannte, wollte er den Barbetreiber bewegen, seine Anzeige zurückzunehmen. Auch dieses Aufeinandertreffen mündete in handfester Gewalt.

Zwist über Musikauswahl

Was war an jenem Abend im August 2020 geschehen? Die beiden Brüder und ein Freund aus Kassel hatten sich am Eschweger Bahnhof getroffen, waren dann mit dem Auto zu der Bar gefahren, um dort zu feiern – erst im Inneren der Bar, später wechselten sie auf die Terrasse. Bei der mittlerweile dritten Flasche Wodka angelangt, fand das Trio, dass die Musik der Bar nicht nur zu leise, sondern „auch nicht so gut war“, so der 27-jährige Angeklagte bei seiner Einlassung vor Gericht. Deshalb parkte er kurzerhand sein Auto gegen 22.30 Uhr vor der Außenbestuhlung der Bar und beschallte sie mittels seiner Anlage im Auto. Der Barbesitzer und ehemalige Türsteher forderte das Trio auf, die Musik auszumachen. „Immerhin haben wir Nachbarn und auch andere Gäste“, sagte er gestern.

Was sich dann im Detail ereignete, konnten weder das Gericht noch Staatsanwaltschaft und Verteidigung trotz intensiver Befragung der Angeklagten wie auch des als Zeuge geladenen Opfers aufklären. Es flogen Fäuste, Tische, Stühle und Flaschen. Nach Aussage des Barbesitzers habe der 35-Jährige zunächst eine Schubserei angefangen, dann hätten die Brüder – beide erfahrene Kampfsportler – ihn angegriffen. Der 1,95 Meter große und 130 Kilo schwere Besitzer der Bar sei gestolpert und gestürzt, seine Angreifer hätten ihn am Boden malträtiert. Mitarbeiter der Bar griffen mit ins Geschehen ein – unklar blieb, ob um zu schlichten oder mitzuschlagen.

Barbetreiber wird gewürgt und geschlagen

Sowohl die drei Angeklagten als auch das Opfer waren sich in ihrer Darstellung allerdings einig, dass es immer wieder Kampfpausen gab. Diese hätten die Brüder trotz körperlicher Friedensgesten allerdings immer wieder genutzt, um ihn, den Barbetreiber, von hinten anzuspringen, zu würgen und zu schlagen. Erst das Eintreffen der Polizei beendete die Schlägerei.

Alle Männer kennen sich aus der Szene, der 27-jährige Angeklagte sagte gestern: „Das hätte alles nicht so weit kommen müssen.“ Auch dem Opfer ging es weniger um Strafverfolgung als darum, das der ihm entstandene Schaden ersetzt wird.

Daher einigen sich Staatsanwalt Dr. Weigel, die Vorsitzende Richterin Hennemuth sowie die drei Strafverteidiger Lisa Vogler, Kevin Faber und Jochen Kreissl auf die Einstellung des Verfahrens – allerdings gegen Zahlung jedes Angeklagten in Höhe von 250 Euro an den Barbetreiber als Schadensersatz. Weitere 250 Euro müssen sie pro Nase an den Förderverein der Paul-Moor-Schule zahlen.

Von Stefanie Salzmann

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