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Taucher der Stadtwerke reparieren Plane im Werratalsee

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Einsatz im sechs Grad kalten Wasser: Mirko Roscher (links) und Christoph Gliemroth an der Tauchplane im Badebereich am Südufer des Werratalsees bei Eschwege.
Einsatz im sechs Grad kalten Wasser: Mirko Roscher (links) und Christoph Gliemroth an der Tauchplane im Badebereich am Südufer des Werratalsees bei Eschwege. © Marius Gogolla

Drei Mitarbeiter der Stadtwerke Mirko Roscher, Christoph Gliemroth und Rainer Gliemroth tauchten voll ausgestattet in den See, um an der Tauchplane mögliche Beschädigungen zu finden.

Eschwege – Am Donnerstag fand im Werratalsee eine Begutachtung der besonderen Art statt: Die im Badebereich am Südufer des Werratalsees eingelassene Plane wurde durch die Mitarbeiter der Stadtwerke Eschwege inspiziert und repariert, wie Ralf Herrmann, Technischer Leiter der Stadtwerke Eschwege, berichtet. Ein Reißverschluss hatte sich geöffnet und die Plane hatte geleckt.

Die Tauchplane grenzt das Naturbad an der Badestelle am Südufer vom übrigen See ab. So soll die Qualität des Wassers in diesem Bereich gesichert werden. Im Werratalsee kommt es in den Sommermonaten immer wieder zur Häufung von Cyanobakterien, früher auch Blaualgen genannt. Die Plane verhindert dabei das vermehrte Eindringen der Cyanobakterien in das Areal.

Um für die kommende Badesaison vorbereitet zu sein, soll in naher Zukunft eine Phosphat-Fällung stattfinden. Dieses Verfahren dient der Entfernung von Phosphat-Phosphor aus dem Wasser durch Zugabe von Eisen- oder Aluminiumsalzen. Es beugt einer Eutrophierung, also einem schädlichen Überangebot der Nährstoffe Phosphor und Stickstoff, vor. So können die Vermehrung der Cyanobakterien reduziert und das Badewasser im Naturfreibad sauber gehalten werden.

Die Tauchplane ist rund 120 Meter lang und wird mithilfe von Reißverschlüssen in Teilabschnitte gegliedert. Eine Metallkette, die durch Ösen am Grund mit der Plane befestigt ist, stabilisiert die Plane auf voller Länge, sodass sie gerade im Wasser hängt. An der Oberfläche wird sie von einem Luftschlauch gehalten.

Damit die Fällung Wirkung zeigt, darf die Plane keine größeren Öffnungen oder Löcher aufweisen. Während des Tauchgangs entdeckten die drei Mitarbeiter der Stadtwerke, dass einer der Reißverschlüsse offen stand, wodurch es einen ungehinderten Austausch von Wasser mit dem Rest des Sees gab. Weiterhin wurde ein etwa zehn Zentimeter großer Riss in der Mitte gefunden. Die Reparatur des Risses wird kurzfristig durch die Verschraubung von Metallplatten und einem Stück Plane erfolgen.

Die Schließung des Reißverschlusses gelang den drei Tauchern der Stadtwerke in Teamarbeit. Die gesamte Aktion dauert rund zwei Stunden, bei einer Wassertemperatur von sechs Grad Celsius. Nachdem die Mission erfolgreich ausgeführt war, tauchte Christoph Gliemroth noch einmal an der kompletten Plane entlang, wobei keine weiteren Mängel mehr festgestellt wurden.

Der Einsatz von professionellen Tauchern war notwendig, weil die Tiefe an der Plane teilweise bis zu 3.90 Metern beträgt, was ein Eingreifen von der Oberfläche aus unmöglich macht.  

Von Marius Gogolla

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