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Blankenbacher Firma hat viele Mitarbeiter im Kriegsgebiet und will helfen

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Von: Julia Henniges

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Manfred Wilke und Lilia Anaskina aus Blankenbach haben unter anderem ein Spendenkonto eingerichtet, um Menschen aus der Ukraine zu helfen.
Manfred Wilke und Lilia Anaskina aus Blankenbach haben unter anderem ein Spendenkonto eingerichtet, um Menschen aus der Ukraine zu helfen. © Julia Stüber

Blankenbach – Lilia Anaskina und Manfred Wilke sind geschockt von den Nachrichten, die sie aus der Ukraine immer wieder erreichen. Ihre Firma, die sich mit Software und Design beschäftigt, hat viele Mitarbeiter in der Ukraine – und zu diesen stehen sie auch mit Beginn des Krieges in ständigem Kontakt.

„Unsere Mitarbeiter, Unternehmer und Freunde sind gerade in einer unbeschreiblichen Lage“, sagen die Betriebswirtin und der Informatiker. Sie befinden sich auf der Flucht oder sitzen in ihren Wohnungen und Kellern fest. Sie berichten von Sirenen, von Explosionen in der Nacht, von Stromausfällen und von der täglichen Angst.“ Kontakt halten Anaskina und Wilke vor allem online.

Neue Jobanfragen

„Ich wurde von meinem damaligen Arbeitgeber in die Ukraine geschickt. Das Land lernte ich so kennen – und ich war hin und weg von den Menschen“, sagt Manfred Wilke. Mit Gründung der gemeinsamen Firma in Blankenbach war für das Paar schnell klar: Sie wollen beruflich mit der Ukraine zusammenarbeiten. Im ganzem Land sind beispielsweise Entwickler für „WE wilke experience“ tätig. Und das auch während des Krieges: „Unsere Mitarbeiter wollen auch in dieser Situation weiterarbeiten, das sagen sie uns immer wieder. Für sie ist es ein Stück Alltag. Gleichzeitig erreichen uns auch neue Jobanfragen“, erklärt Anaskina. „Aber es ist natürlich auch nur eine Scheinnormalität“, ergänzt Wilke.

Außerdem seien viele ihrer Mitarbeiter die einzigen in der Familie, die jetzt noch Geld verdienen. „Wir haben auch bei allen die Löhne erhöht, um die Menschen zu unterstützen.“ Das Paar hat außerdem ein Spendenkonto eingerichtet. Damit sollen dringend benötigte Hilfsgüter vor Ort an die Menschen verteilt werden. „Wir achten darauf, dass damit keine Waffen finanziert werden“, betonen die Firmeninhaber. Zusätzlich werden Transporte und Unterkünfte organisiert sowie Gespräche mit Ämtern geführt. Beim Dolmetschen oder wenn Firmen beispielsweise Mitarbeiter in der Ukraine suchen, unterstützen Wilke und Anaskina ebenso. Auch Teil der Hilfe für die Ukraine: Eine App, die das 3D-Modell „Paul“ enthält. Diese App hat das Paar entwickelt – das Modell können Unternehmen, Schulen und andere Einrichtungen nutzen, um sich selbst beispielsweise vorzustellen. Es wirkt dabei so, als wäre das eigentliche 3D-Modell „Paul“ Teil der menschlichen Realität.

Hilfsmöglichkeiten

Wer sich genauer über die Hilfsmöglichkeiten der Firma informieren möchte, wendet sich unter Tel. 06627/2 78 98 86 oder per E-Mail an info@wilke-experience.de. Das eingerichtete Spendenkonto lautet:

WE wilke experience GbR, IBAN: DE 9352 2603 8501 0175 6443, BIC: GENODEF1ESW, VR-Bank Mitte.

Von Julia Stüber

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