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THW im Einsatz: Sauerstoff soll Fische in Bad Sooden-Allendorf retten

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Von: Christoph Cortis

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Hand in Hand: Die Tauchpumpen werden auf die Oberfläche des Gewässers herabgelassen.
Hand in Hand: Die Tauchpumpen werden auf die Oberfläche des Gewässers herabgelassen. © Chris Cortis

Bad Sooden-Allendorf – Großeinsatz von Technischem Hilfswerk (THW), Freiwilliger Feuerwehr und DLRG am kleinen Depperteich in Sooden: Seit Sonntagvormittag versuchen mehr als 30 Einsatzkräfte, einen Teil des reichen Fischbestandes zu retten, nachdem – wie berichtet – das Gewässer durch hochgiftiges Ammonium verseucht worden ist.

Rund eine Tonne toter Tiere wurde bereits entweder ans Ufer angespült oder per Käscher von der Wasseroberfläche abgefischt.

Die freiwilligen Helfer setzen ihre Hoffnung auf eine permanente Sauerstoffdusche. Rund um die Uhr sind Tauchpumpen im Einsatz, welche die Oberfläche des fünf Hektar großen und maximal drei Meter tiefen Gewässers künstlich beregnen und so den Sauerstoffgehalt im Teich kontinuierlich erhöhen, wie erste Messungen bereits bestätigt haben.

Stand Sonntagabend, soll die Aktion notfalls bis einschließlich Mittwoch fortgesetzt werden. Ob damit das Fischsterben gestoppt werden kann, war zunächst noch unklar.

Die leistungsstärkste Pumpe hat das THW Melsungen mitgebracht. Sie kann innerhalb einer Minute bis zu 5000 Liter Wasser versprühen und wird von Thomas Perleth bedient.

Vier weitere Tauchpumpen schaffen in derselben Zeit jeweils bis zu 2500 Liter. Weil die Melsunger beim Open Flair in Eschwege vor Ort waren, hatten ihre elf Einsatzkräfte nur eine kurze Anreise.

Das THW Witzenhausen, unter der Leitung von Andre Guthardt, stellt mit 18 Helfern das größte Kontingent, das als Erstes am Katastrophenort eintraf. Jeweils 1600 Liter Wasser in 60 Sekunden versprühen deren drei Tauchpumpen, die an Land auf Schwimmkörpern befestigt wurden.

Der künstliche Regen, erläuterte Guthardt, dürfe nicht tiefer als 50 Zentimeter in den Teich eindringen. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass die giftige Substanz aufgewirbelt werde.

Mit vier Einsatzkräften unter der Leitung von Timo Sippel leistete das THW Eschwege Hilfestellung. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Sooden-Allendorf war mit dem in der Kurstadt stationierten Katastrophenschutzfahrzeug des Kreises ausgerückt, das mit sattem Strahl für eine Auffrischung des Gewässers sorgte.

Aus dem Stadtteil Kleinvach kam die Tragkraftspritze zum Einsatz. Und im Schlauchboot überwachte die DLRG Witzenhausen das Geschehen, um im Notfall eingreifen zu können oder beim Ablassen der Pumpen in den Teich Handreichungen zu machen.

Wie berichtet, befürchtet der örtliche Angelsportverein einen Totalverlust des Fischbestands in „seinem“ Teich, was nach ersten Schätzungen des Vorsitzenden Christian Heins einen finanziellen Schaden von mehreren zehntausend Euro bedeuten würde.

Neben Heins und seinem Stellvertreter Peter Reinhard gehörten am Sonntag zu den Beobachtern des Rettungsversuches auch Bürgermeister Frank Hix, der Leiter des Ordnungsamtes, Rainer Langefeld, Stadtbrandinspektor Andreas Eichenberg, sein Stellvertreter Nils Brocke und Wehrführer Werner Hiebenthal.

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