Feiertage sind durch die Pandemie anders

Tipps gegen den Weihnachts-Blues - Wir haben uns umgehört

Wie kann man die anstehenden Weihnachtstage gut überstehen – vor allem, wenn man sie allein oder im kleinsten Kreis verbringen muss? Wir haben uns umgehört.
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Wie kann man die anstehenden Weihnachtstage gut überstehen – vor allem, wenn man sie allein oder im kleinsten Kreis verbringen muss? Wir haben uns umgehört.

Werra-Meißner – Wie kann man die anstehenden Weihnachtstage gut überstehen – vor allem, wenn man sie allein oder im kleinsten Kreis verbringen muss? Wir haben uns umgehört:

1. Nicht auf Verlorenes schauen: An den Weihnachtsfeiertagen sollte nicht über das Grübeln, was 2020 wegen der Pandemie nicht möglich ist, sondern überlegen, ob man etwas Gutes mitnehmen kann, schlägt Matthias Heintz von der Kirchlichen Allgemeinen Sozial- und Lebensberatung (KASL) der Diakonie im Werra-Meißner-Kreis vor. Er empfiehlt, die Weihnachtsruhe im Lockdown zu nutzen, um sich auszuruhen.

2. Selbst zum Telefon greifen: Gerade wer an Weihnachten die Familie nicht sehen kann oder aus anderen Gründen einsam ist, sollte warten, bis das Telefon klingelt, rät Frank Wachsmuth, Pastor der Landeskirchlichen Gemeinde in Hessisch Lichtenau. Besser sei es, sich zu überwinden und selbst jemanden anzurufen – auch auf die Gefahr hin, dass der Anruf vielleicht zeitlich ungelegen kommt. Auch Raphaela Pax vom Familienzentrum Arche in Hessisch Lichtenau und Michael Sippel, Pfarradministrator im Pastoralverbund St. Gabriel Werra-Meißner, ermuntern dazu, an den Feiertagen bewusst Menschen anzurufen, von denen man lange nichts gehört hat oder von denen man weiß, dass sie allein sind.

3. Anderen eine Freude machen: Das empfiehlt auch Heintz: Menschen, die sich einsam fühlen, würden sich zurückziehen. Hier sei das Umfeld – Familie, Freunde und Nachbarn – gefragt, Kontakt zu halten, anzurufen, einen Brief zu schreiben oder gar ein Videogespräch zu starten. Da könne man auf Abstand kreativ werden, sagt der Pädagoge und schlägt ein Weihnachtsständchen im Garten vor dem Fenster vor. Wichtig sei zu zeigen, dass man an den Anderen denke und ansprechbar sei.

4. Einen Hausgottesdienst veranstalten: Auch wenn Maria und Josef laut der Bibel vor 2000 Jahren draußen bleiben und im Stall Unterschlupf finden mussten, schreibt Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez vom Bistum Fulda in einer Pressemitteilung: „Doch wir müssen nicht draußen bleiben. In Häusern und Wohnungen sind wir Hauskirche – ist Kirche zuhause.“ Er ermutigt Familien, sich an den heimischen Krippen und dem Christbaum zu treffen. Für den Gottesdienst zuhause hat das Bistum eine Broschüre erstellt, wie man einen Gottesdienst zuhause feiern kann. Er ist im Internet abrufbar: kirche-corona-bistum-fulda.de

Auch Wachsmuth hat gute Erfahrungen gemacht: Er verschickt seit Monaten seine Gottesdienstpläne samt Impulsen, Gebeten und Liedhinweise per E-Mail an seine Gemeinde – viele würden ihren Gottesdienst zuhause nachsprechen.

5. Ein Video vom Krippenspiel schauen: Der evangelische Kirchenkreis Werra-Meißner hat ein eigenes Krippenspiel-Video drehen lassen. Den Link und weitere digitale Angebote gibt es unter kirchenkreis-werra-meissner.de.

Sowohl die evangelische Landeskirche (ekkw.de) als auch das katholische Bistum Fulda (bistum-fulda.de) übertragen mehrere Gottesdienste zu Weihnachten live.

6. Offene Kirchen und Friedhofskapellen nutzen: Viele Kirchengemeinden öffnen an den Feiertagen ihre Kirchen und Friedhofskapellen für Einzelbesucher, oft ist ein Mitglied des Kirchenvorstands oder Pfarrpersonal für ein persönliches Gespräch vor Ort, sagt Dekanin Ulrike Laakmann. (fst)

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