Vom Baum zum Möbel

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Martin Manegold ist Auszubildender bei der Tischlerei Wilhelm in Hoheneiche: Am meisten Spaß macht ihm der Möbelbau und die Montage.

Werra-Meißner-Kreis. Die romantische Vorstellung vom Tischler wie bei Pumuckels Meister Eder ist nicht mehr aktuell, es ist ein vielseitiger Beruf, der mittlerweile auch mit vielen Maschinen und Computern einhergeht“, erklärt Tischlermeister Holger Wilhelm.

Er betreibt die Tischlerei Wilhelm in der dritten Generation, 1935 wurde das Unternehmen von seinem Großvater gegründet.

Nicht nur in der Werkstatt hat sich seither viel geändert, sondern auch der Beruf selbst. „Er ist unglaublich vielseitig geworden und man arbeitet mit viel mehr Werkstoffen als nur mit Holz“, sagt Wilhelm.

Herstellung und Montage 

Schreiner oder Tischler bauen Möbel-Einzelstücke oder Kleinserien, fertigen Innen- oder Messeeinrichtungen an oder Bauelemente wie Fenster oder Türen. Neben der Herstellung kommt auch die Montage und der Einbau beim Kunden vor Ort hinzu.

Martin Manegold aus Kella macht aktuell seine Ausbildung zum Tischler in der Tischlerei Wilhelm. Er absolvierte zuvor zwei Schulpraktika im dem Hoheneicher Betrieb und arbeitete in den Ferien in der Werkstatt – so war ihm schnell klar, was er machen wollte. „Ein Praktikum vor der Ausbildung ist viel wert für beide Seiten, damit jeder sehen kann, was ihn erwartet“, erklärt der Tischlermeister.

Mathe und Handwerk 

Für eine Ausbildung als Tischler oder Schreiner sollte man einen Haupt- oder Realschulabschluss mitbringen und gute Mathekenntnisse, räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick haben. „Die Noten sind für uns nicht so wichtig, allerdings sollte man gut im Team arbeiten können, zuverlässig und pünktlich sein und gute Umgangsformen haben, da man nicht nur mit Kollegen zusammenarbeitet, sondern auch mit den Kunden Kontakt hat“, so Wilhelm.

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Trotz der Maschinen, die die Arbeit heute erleichtern, ist der Beruf immer noch körperlich anstrengend. Gerade die Montage vor Ort ist oft nicht einfach. Auch mit Computern und deren Programmierung muss sich ein Tischler auseinandersetzen.

Perspektiven

Die Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber auch verkürzt werden. Neben der betrieblichen Ausbildung gibt es die schulische an den Beruflichen Schulen in Eschwege. Nach der Ausbildung zum Tischler oder Schreiner kann man seinen Meister machen, aber auch studieren. „Viele Innenarchitekten machen zum Beispiel zuerst eine klassische Ausbildung, damit sie ein fundiertes Wissen haben“, erklärt Wilhelm.

Studium nach dem Beruf

Auch Auszubildender Martin Manegold möchte nach seiner Ausbildung ein Studium im Bereich Holztechnik beginnen. Die Chancen einer Übernahme und auf einen sicheren Job stehen schon heute sehr gut: „Wie in jedem handwerklichen Beruf werden die Facharbeiter immer weniger und man wird auch in Zukunft weiter gute Tischler benötigen“, weiß der Tischlermeister.

Tischler und Schreiner können sich auf verschiedene Bereiche spezialisieren. „Mir macht vor allem das Herstellen von Möbeln und das Einbauen Spaß, wenn es den Kunden dann auch noch gefällt, was man gemacht hat, ist das ein super Gefühl“, erklärt Martin Manegold. (sb)

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