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„Tratsch im Treppenhaus“: Interview mit Schauspielerin Heidi Mahler

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Hauptdarstellerin ist Heidi Mahler (78), die Tochter der Hamburger Volksschauspielerin Heidi Kabel.
Hauptdarstellerin ist Heidi Mahler (78), die Tochter der Hamburger Volksschauspielerin Heidi Kabel. © Privat

Ursprünglich sollte die Theaterproduktion mit „Tratsch im Treppenhaus“ bereits im April in der Eschweger Stadthalle gastieren. Damals ließen die Coronaauflagen eine Veranstaltung im Inneren noch nicht zu.

Eschwege – Am Dienstag, 9. August, soll der Auftritt nachgeholt werden. Hauptdarstellerin ist Heidi Mahler (78), die Tochter der Hamburger Volksschauspielerin Heidi Kabel. Im Interview spricht Heidi Mahler über das Stück „Tratsch im Treppenhaus“, die Rückkehr auf die Bühne, und warum wir alle gerne mal tratschen.

Seit Anfang März stehen Sie wieder mit dem Ohnsorg-Theater auf der Bühne und sind mit „Tratsch im Treppenhaus“ unterwegs. Was für ein Gefühl ist es, nach der längeren Pause wieder vor Publikum zu spielen?

Das war ein wunderbares Gefühl, wir haben uns alle sehr darauf gefreut, hatten aber natürlich auch etwas Bammel, ob das Publikum kommt. Wir haben aber direkt die Freude im Publikum gespürt. Die Leute wollen etwas Lustiges sehen in dieser schrecklichen Zeit. Deshalb sind Komödienhäuser und Lustspiele sehr wichtig, die Menschen wollen wieder lachen.

Hat sich etwas verändert? Der Kontakt untereinander mit den Schauspielern oder die Interaktion mit dem Publikum?

Am Anfang war es etwas gedämpft/komisch für beide Seiten. Gerade bei einem Lustspiel kommt es für uns als Schauspieler auf die Reaktion des Publikums an. Mit den Masken war das Publikum zunächst zwar etwas gebremst, aber auch das geht. Am Ende waren alle begeistert und es wurde kräftig gelacht – da hat die Maske auch nicht gestört.

In „Tratsch im Treppenhaus“ stehen Sie als Meta Boldt auf der Bühne. Welche Eigenschaft mögen Sie am liebsten an diesem Charakter?

Es macht einfach Spaß, eine Tratschliesel wie Meta Boldt zu spielen. Sie ist immer gerne dabei und tratscht natürlich viel. Das Schöne an ihrem Charakter ist, sie ist sich dessen gar nicht bewusst, für welchen Trubel sie manchmal sorgt.

Was halten Sie von Klatsch und Tratsch?

(Lacht) Das ist wohl menschlich, das machen wir doch alle mal, so lange es nicht bösartig wird. Wenn man sich mit Freunden unterhält, dann klatschen und tratschen wir wohl alle mal, wenn wir Neuigkeiten austauschen.

Ihre Mutter Heidi Kabel brillierte vor vielen Jahren in diesem Stück als Tratsche Frau Boldt, in genau der Rolle, die Sie nun besetzen. Macht das einen besonderen Reiz aus?

Meine Mutter spielte in 1960 sogar die Premiere. Das macht natürlich einen besonderen Reiz aus. Das Stück ist ein echter Klassiker im Plattdeutschen, daher würde ich sagen, die Rolle spielt sicher jeder gerne.

Hören Sie im Stück bei manchem Satz die Mutter aus Ihnen sprechen?

Ich denke schon, dass ich oft denselben Ton treffe wie meine Mutter. Viele sagen auch, ich höre mich an wie meine Mutter. Dann wird es schon so sein (lacht). Das freut mich immer sehr!

Was ist Ihre schönste Bühnenerinnerung, die Sie mit Ihrer Mutter verbindet?

Jedes Stück, was wir zusammen gespielt haben. Da gibt es keinen bestimmten Moment, wir haben immer sehr gerne zusammen auf der Bühne gestanden. Da haben wir sehr gut harmoniert. Das lag bestimmt auch an meiner Mutter, die ein absolut liebenswerter Charakter war.

Gibt es eine Lieblingsrolle, in die Sie immer wieder besonders gern schlüpfen – oder die Sie immer gern gespielt hätten, aber es kam nie dazu?

Nein, ich habe eigentlich alles im Plattdeutschen gespielt, was attraktiv für mich war und was mir Spaß gemacht hat. Bei mehr als 60 Jahren auf der Bühne spielt man einige Rollen. Da bleibt fast nichts aus (lacht).

Eine lange Zeit, auf die man wirklich stolz sein kann…

Ich habe für mich den schönsten Beruf, habe ihn immer gerne ausgeführt und viel Freude auf der Bühne gehabt. Stolz ist vielleicht das falsche Wort, ich würde eher sagen – sehr zufrieden.

Die Tournee 2021 hatten Sie als Ihre letzte angekündigt. Durch Corona hat sich alles verschoben. Wie geht es nach der Trasch im Treppenhaus-Tournee für Sie weiter?

Eine Never-Ending-Story (lacht). Als letztes Stück haben wir „En Mann mit Charakter“ angekündigt und damit gehen wir nächstes Jahr, 2023, noch mal auf Tournee. Das soll dann wirklich mein letztes Stück sein. Durch Corona zieht sich das Ende endlos hin (lacht). Aber solange das Publikum „Tratsch im Treppenhaus“ sehen will und ich gesund bleibe, spiele ich die Rolle natürlich gerne weiter.

Was wird in Ihrem Leben an die Stelle des Theaters treten?

Ich habe schon in den vergangenen Jahren nicht mehr durchgängig gespielt. Ich habe einen großen Garten zu Hause, da habe ich sehr viel zu tun und verbringe dort gerne die Zeit. Aber erst mal freue ich mich auf alle Termine, die noch kommen.

Karten gibt es an der Tickethotline unter der Nummer 0 64 53/91 24 70 und auf depro-konzerte.de

Von Carolin Acker

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