Hof Sickenberg von Kristina Bauer gewinnt den Thüringer Denkmalschutzpreis 2010

Ein Hof wie im Traum

Ausgezeichnet: Zum Wander-Qualitätssiegel und den zertifizierten Wohnungen kommt nun der Denkmalschutzpreis des Landes Thüringen. Die Chefin Kristina Bauer freut’s.

Sickenberg. Kristina Bauer hat lange gesucht, viele Höfe und Fachwerkhäuser gesehen. 2003 war es um die Göttingerin geschehen: Sie schaute sich den Hof „Sickenberg Nr. 9“ an. 2005 kaufte sie ihr, jetzt hat die Eigentümerin mit dem grundsanierten Hof und ihrem Konzept den Thüringischen Denkmalpreis gewonnen. Der Hof Sickenberg an der Landesgrenze zu Hessen ist Landwirtschaft, Cafe und Ruheoase in herrlicher Lager.

Es ist eine Erfolgsgeschichte, eine, die Zeit brauchte – und noch mehr Arbeit, aber auch viel Geld. Denn der vermutlich 1806 erbaute und seit 2000 leer stehende Hof war vor fünf Jahren in einem desolaten Zustand. „Traurig“, beschreibt Kristina Bauer, die aber trotzdem bei der ersten Besichtigung sofort die Substanz in dem Gebäude sah. „Ich wusste, das ist es.“ Jahrelang hatte sie in der Region alte Gehöfte angeschaut, aber keines entfachte derart schnell eine tiefe Zuneigung wie die Anlage im thüringischen Grenzort Asbach-Sickenberg. Hier konnte sie ihren Traum leben: Raus aus der Stadt, ab aufs Land und dort einen lebendigen Hof schaffen.

„So ein Projekt darf man nicht als Last empfinden.“

Kristina Bauer

Eines war für Kristina Bauer klar: Die alte Bausubstanz sollte weitgehend erhalten bleiben und behutsam mit einem hohen ökologischen Standard modernisiert werden. „Das war gar nicht schwer“, wie Bauer erzählt, während sie auf der von einem Gemüse- und Blumengarten herrlich umrahmten Terrasse ihres Hofcafés einen Kaffee einschenkt. Die Lehmbauweise sei ja ohnehin ökologisch. Zunächst aber musste die gesamte Infrastruktur geschaffen werden: Es gab keine Heizung und fließend Wasser nur in einem Raum. „Das von Grund auf einzubauen war nicht schlimmer, als es zum Teil sanieren zu müssen.“

Kristina Bauer ließ sich Zeit, ihren Traum zu verwirklichen. Der beinhaltete im Erdgeschoss ein Hofcafé plus Küche, Vorratsraum und Waschküche sowie im Obergeschoss vier individuelle Gästezimmer einzurichten. Denn Bauer wollte sich nicht zurückziehen, einnisten auf ihrem Hof. Er sollte erlebbar sein, Gäste willkommen, heißt das Credo.

Das alles ist fertig. Kinder und Mann halfen. Heute und seit 2007 wohnt Kristina Bauer alleine hier, und ein Blick in die Scheune zeigt: auch die Landwirtschaft inklusive Streuobstgarten hat die Agraringenieurin wiederbelebt – samt vierbeiniger Mäher (Schafe) für die Weiden. Und: Die Produkte dienen zur Versorgung der Hofbewohner und der Gäste. All das, und vor allem die aufwändigen Arbeiten, hat Bauer liebevoll und anschaulich in der Bewerbung für den Denkmalpreis beschrieben. Das kam an. Heute ist der Hof ein ausgezeichnetes, aber höchst lebendiges Denkmal. Ein Grund mehr für Kristina ihr Anwesen vorzuzeigen. Das bezeichnet sie auf der Internetseite und im Werbeheft liebevoll als „Paradies“ und „Traum“, was weder abgegriffen noch überzogen klingt, denn Kristina Bauer lebt auf dem Hof Sickenberg ihren – schönen – Traum.

Von Thomas Kopietz

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