Auszeichnung für Berufliche Schulen – Letzter Auftritt der Kultusministerin

Das trifft Henzlers Herz

Ausgezeichnet: Götz Blechschmidt (links, Geschäftsleitung DQS GmbH Frankfurt) und Kultusministerin Dorothea Henzler (Mitte) überreichten den beiden Schulleitern Heinz Metternich (Zweiter von links, Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg) und Bernd Funk (Berufliche Schulen Witzenhausen) die Zertifikate. Fotos: Michaelis

Witzenhausen. Zum Ende wurde die Feierstunde sehr persönlich. Sichtbar gerührt hörte Hessens scheidende Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) eine Lobeshymne über ihr bildungspolitisches Lebenswerk. In den Beruflichen Schulen Witzenhausen hatte sie gestern ihren wohl letzten Auftritt als Ministerin in Nordhessen. Ende dieses Monats wird sie sich auf Druck ihrer Partei als Kultusministerin zurückziehen.

Als engagierte und kenntnisreiche Unterstützerin werde sie den Beruflichen Schulen in Hessen fehlen. Anders als mancher ihrer Amtsvorgänger habe sie stets mit großer Sachkenntnis und Mut wichtige Strukturveränderungen vorangetrieben. Henzler sei „die stärkste Lobbyistin für berufliche Bildung“, lobte Heinz Metternich, Leiter Peter-Paul-Cahensly-Schule in Limburg. Mutig habe sie als Ministerin umgesetzt, was sie schon als Oppostionpolitikerin gefordert hatte.

Zusammen mit seinem Kollegen Bernd Funk, Leiter der Beruflichen Schulen in Witzenhausen, nahm Metternich so genannte Q2E-Zertifikate entgegen. Als erste in Hessen – bundesweit gibt es nur eine weitere Schule in Bremen – erhalten die beiden Schulden diese Zertifizierung. Dank des Siegels der DQS GmbH können die Schulen nun glaubwürdig nachweisen, dass sie ein wirksames Qualitätsmanagement aufgebaut haben. Im stärker werdenden Wettbewerb bei der Erwachsenenbildung sei das enorm wichtig.

Hinter dem Zertikat steckt jahrelange Arbeit, wie die Schulleiter schilderten. Ohne das aktive Engagement aller Kollegien, das teils weit über die normalen beruflichen Anforderungen eines Lehrers hinausgehe, wäre das nicht zu schaffen gewesen. „Wir sind stolz, dass wir dieses Ziel erreicht haben“, sagte Funk bei der Feierstunde im Neubau der Beruflichen Schulen.

Auch er lobte Henzler. Sie habe als Kultusministerin die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen für das Qualitätsmanagement geschaffen. Und nicht zuletzt habe das Kultusministerium dankenswerterweise die Kosten für die Zertifizierung übernommen.

Visionen umgesetzt

Henzler machte deutlich, dass mit der Zertifzierung der beiden Schulen ein Teil ihrer bildungspolitischen Visionen umgesetzt worden sei. „Die Selbstständigkeit von Beruflichen Schulen ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagte Henzler. Deswegen sei sie so gern zur Feierstunde nach Witzenhausen gekommen. Für die „herausragende Leistung“ der beiden Schulen spreche sie ihre „tiefe Anerkennung“ aus.

Und sie sorgte auch aus einem anderen Grund für große Freude bei Bernd Funk: Einen Bescheid über knapp 2100 Euro überreichte sie dem Schulleiter. Damit können sich die Beruflichen Schulen ein lang ersehntes digitales Piano anschaffen.

Von Claas Michaelis

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