1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Trockenheit sorgt Landwirte im Kreis

Erstellt:

Von: Emily Spanel

Kommentare

Weizenernte
Ein Landwirt erntet mit Hilfe eines Mähdreschers bei sehr heißem Wetter ein extrem trockenes Weizenfeld. © Julian Stratenschulte/dpa

Die Herbstkulturen im Werra-Meißner-Kreis sind dringend auf Niederschlag angewiesen.

Werra-Meißner – Die lang anhaltende Trockenheit in diesem Sommer mit teils extremen Temperaturen macht den Landwirten im Werra-Meißner-Kreis zu schaffen. Und die nächste Hitzephase, dann mit Folgen für die Herbstkulturen Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, zeichnet sich bereits ab.

Auf das derzeit noch auf den Feldern stehende Getreide und den Raps hätte eine neuerliche Hitzewelle nur noch wenige Auswirkungen, da diese bereits gereift sind oder die Reifung gerade abgeschlossen werde, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner. „Die Getreidepflanzen hatten und haben mit den Auswirkungen der Vormonate zu kämpfen – denn auch die waren viel zu trocken“, konkretisiert Uwe Roth. Die Folge: Die Erntemengen werden hier geringer ausfallen als erhofft.

Uwe Roth Kreisbauernverband
Uwe Roth Kreisbauernverband © Privat

Teils sind die Folgen der Trockenheit auch bei den im Herbst zur Ernte anstehenden Kulturen schon sichtbar. So rolle etwa der Mais an einigen Standorten seine Blätter und habe schon die sogenannten Fahnen ausgebildet – das sind die Blütenrispen am Ende der Sprossachse – was auf eine schnellere Reifung schließen lasse. Bei den Zuckerrüben sorge die Trockenheit für sogenannte schlafende Bestände. „Dabei liegen die Blätter auf dem Boden auf und sind schlaff“, erklärt Uwe Roth.

Monitor: Schwere Dürre im Gesamtboden

Das Hessische Umweltministerium bezeichnete die Situation für die Landwirtschaft jüngst als schwierig: Der Dürremonitor weise aktuell im Gesamtboden weitestgehend schwere Dürre auf; im Oberboden herrsche vielerorts außergewöhnliche Dürre. Bei gleichzeitig steigenden Temperaturen werden die Pflanzenbestände mehr verdunsten und einen höheren Wasserbedarf haben. Stresssituationen wegen Trockenheit werden künftig so häufiger und länger zu verzeichnen sein. esp  

Sehr angespannt ist die Situation in Bezug auf das Grünland. Die fehlende Feuchtigkeit lässt die Wiesen sichtbar ausdörren; nährstoffhaltiges Gras ist Mangelware. „Seit einer Woche müssen wir bei dem Vieh auf der Weide zufüttern – für mich ein Novum“, sagt Torsten Möller, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. Insgesamt hält die Familie Möller 110 Mutterkühe.

Lediglich tief wurzelnde Beikräuter seien derzeit noch in der Lage zu wachsen – das dringend benötigte Gras jedoch nicht mehr. Auch Vorräte für den Winter könnten so kaum angelegt werden. „Im Moment zehren wir von den Reserven aus dem Vorjahr“, sagt Möller. Dringend benötigt werde ein ergiebiger Landregen. Einzelne, heftige Schauer haben für die Böden keinen Nutzen. Von Emily Hartmann

Auch interessant

Kommentare