Porträt

Trotz Corona hat das Vorstandsteam des TSV Netra viel bewegt

Vier der fünf Vorstandsmitglieder: Der TSV Netra baut auf (von links) Philipp Pfister, Dr. Thomas Diehl, Dirk Anhof und Stefan Meister. Es fehlt Christian Stüber.
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Vier der fünf Vorstandsmitglieder: Der TSV Netra baut auf (von links) Philipp Pfister, Dr. Thomas Diehl, Dirk Anhof und Stefan Meister. Es fehlt Christian Stüber.

Auch im 108. Jahr der Vereinsgeschichte ist der TSV Netra mit seinen drei Sparten Fußball, Damengymnastik und Schach zukunftsorientiert aufgestellt. Dafür sorgt der Vorstand.

Netra – Zwar sind die Erfolge im Fußball überschaubarer geworden, aber die erste Mannschaft ist nach der großen Zeit zu Beginn der 1990er-Jahre aktuell wieder in der Kreisliga A zu finden, wo nach der Auflösung der SG mit dem SSV Rambach quasi eine neue Ära begann.

Garant für die innovative Vereinsgestaltung ist der fünfköpfige Vorstand, der auf der einen Seite gleichgewichtig die Entscheidungen trifft, andererseits haben die fünf Männer die Arbeit, die einen Vorstand fordert, sinnvoll verteilt. So ist Dirk Anhof, der zwar in Eschwege wohnt, aber seinem Heimatort und Stammverein die Treue hält, für die Mitgliederverwaltung zuständig. Apropos Dirk Anhof: Er gehörte zum erfolgreichen Team in den 90ern und war als Torhüter einer der Leistungsträger. Stefan Meister führt die Kassengeschäfte, Dr. Thomas Diehl ist für den Spielbetrieb der Fußballer mit Schiedsrichter- und Passwesen verantwortlich, Philipp Pfister und Christian Stüber kümmern sich um die Außenanlagen rund um das Vereinsgelände.

Intakte Einheit

„Wir sind zwar kein Vorstand in der klassischen Form, können aber behaupten, dass wir eine intakte Einheit bilden“, fällt Stefan Meister sofort mit der Tür ins Haus, die bei ihm als Kassenwart oberste Priorität genießt. Wörtlich: „Bei der Jahreshauptversammlung, zu der wir für den 11. September um 19.30 Uhr ins Gemeindezentrum einladen, werden wir, natürlich nach eingehender Begründung, über eine Beitragserhöhung abstimmen.“ Dirk Anhof ergänzt: „Wir haben den Beitrag seit der Euroumstellung nicht erhöht, was wir wohl sukzessive hätten tun müssen. Nun haben wir aber die Coronazeit genutzt und in mehreren Bereichen bauliche Veränderungen und Renovierungen angeschoben. Klar, dass wir dafür auch Geld in die Hand nehmen mussten.“

Ehrenamtliche Arbeit

Philipp Pfister berichtet: „2020 wurde der Kleinfeldplatz umgeackert, begradigt und schließlich neu eingesät. Auch den Hauptplatz haben wir mit zusätzlichem Erdmaterial aufbereitet“, nutzt er das Forum, um sich bei allen Helfern zu bedanken, die ihre Maschinen kostenlos zur Verfügung stellten und sich ehrenamtlich an den Arbeiten beteiligten. Das Vereinsheim musste in diesem Jahr im Zuge der Neuverpachtung an Chris Schäffer, mit dem der TSV eine enge Zusammenarbeit pflegt, umfangreich renoviert werden, weil über Jahre hinweg nichts investiert wurde.

„Wir konnten auch hier auf zahlreiche Helfer zurückgreifen, die uns mit vielen Stunden an Eigenleistungen unterstützten, aber bei Dingen, die auf diesem Wege nicht zu realisieren waren, mussten wir Firmen und somit Fachkräfte verpflichten. Klar, dass diese Arbeiten ein Loch in unsere Vereinskasse gerissen haben“, hält Dr. Thomas Diehl fest, dass beim Blick in den Gastraum deutlich wird, wie lohnend diese Ausgaben für den neuen Fußboden, die Heizkörper, die Theke und die Aufbereitung der Sitzgelegenheiten gewesen sind.

Und die nächste Baustelle, die im Herbst angegangen wird, wartet bereits: „Im Rahmen der Modernisierung haben wir festgestellt, dass witterungsbedingt Wasser im Keller steht. Entsprechend soll das Vereinsheim von zwei Seiten aufgebaggert werden, um die Drainage zu prüfen und bei Bedarf zu erneuern“, sagt Stefan Meister, dass sich das Pflaster auf den Parkplätzen gesenkt hat und auf ehrenamtlicher Basis wieder angehoben werden soll.

Flutlicht erneuern

Zudem findet noch vor der Jahreshauptversammlung ein Ortstermin bezüglich der Flutlichtanlage statt: „Eine Firma wird prüfen, ob die Umstellung auf LED-Strahler möglich ist, da die bestehenden Leuchtmittel nur noch schwer zu beschaffen sind und hohe Stromkosten verursachen“, spannt Dirk Anhof den Bogen zur Heizungsanlage im Clubheim. „Die ist 35 Jahre alt und zieht regelmäßige Reparaturen nach sich“, zieht der Vorstand den Austausch in Erwägung.

Die Führungscrew weiß, dass Beitragserhöhungen unpopulär sind, aber die notwendigen Maßnahmen sind nur über diesen Weg umzusetzen. „Wenn wir dieses Signal nicht senden, werden wir bei der Verteilung aus den Fördertöpfen vom Land Hessen oder vom Landessport nicht berücksichtigt“, weiß Dirk Anhof, der auf das Verständnis der Mitglieder hofft.

Dank für Fördergelder

Derweil bedankt sich der Vorstand für die Finanzspritzen beim Förderverein für Ländliche Strukturen in Netra und bei der VR-Bank: „Die Zuwendungen sind direkt in den nicht billigen Trainings- und Spielbetrieb unserer acht Mannschaften geflossen“, geht Thomas Diehl auf die beiden Männerteams und die Damen, wie auch auf jeweils eine G-, F-, E- und D-Jugend, ein. Dazu kommt noch die C-Jugend, die unter dem Dach der JSG Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund spielt.

„Und das alles ohne offiziellen Jugendleiter. Aber wir wollen nicht Wehklagen, denn mit Kristina Larbig-May haben wir ein Juwel in unseren Reihen. Wir können ihre vielfältige Arbeit nicht in Gold aufwiegen. Sie übernimmt die Koordination im gesamten Jugendbereich, auch als Trainerin, organisiert Trainingslager mit bis zu 25 Kindern und spielt dabei selbst noch in unserer Damenmannschaft“, schwärmen die fünf Führungsköpfe vom außerordentlichen Betätigungsdrang der nicht wegzudenkenden Mitstreiterin. (Harald Triller)

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