Trotz Krise gute Einnahmen

Steuern und Bauboom: Keine finanziellen Sorgen in Wehretal

Timo Friedrich
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Bürgermeister Timo Friedrich

Die Coronakrise hat in Wehretal kein Loch in die Kasse gerissen, ganz im Gegenteil.

Wehretal – Sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen, ein anhaltender Bauboom und der Autobahnbau spülen kontinuierlich Geld in die Kasse der Gemeinde Wehretal. Während andere Gemeinden nur ein bis zwei Jahre nach ihrer Entlassung aus dem kommunalen Schutzschirm nicht nur um einen Haushaltsausgleich ringen müssen, sondern bereits wieder defizitäre Haushalte vorlegen, wachsen die jährlichen Überschüsse in Wehretal.

Im März beschloss das Gemeindeparlament einen Haushalt für 2021 mit einem geplanten Überschuss von 250 000 Euro. Die vorläufige Rechnung für das Coronajahr 2020 geht von einem Überschuss von 418 000 Euro aus. „Trotz der schwierigen Zeiten spüren wir in Wehretal nicht die Auswirkungen der Pandemie“, sagte Bürgermeister Timo Friedrich am Montagabend in der Sitzung der Gemeindevertretung. Die gute Einnahmelage der Gemeinde kompensiere die Ausfälle aus den Einkommensteuereinnahmen, die durch die Coronapandemie entstanden sind.

Überschüsse seit 2018

Seit 2018 erwirtschaftet die Kommune Überschüsse für ihre Haushalte. Der am Montag vorgelegte Jahresabschluss für 2019 weist ein Plus von 192 000 Euro auf. Davon stammen allein 186 000 Euro aus Grundstücksverkäufen der Gemeinde. Auch bei der Gewerbesteuer nahm die Gemeinde 2019 118 000 Euro mehr ein als im Vorjahr. Ein anderer großer Posten von 146 000 Euro verbirgt sich hinter öffentlichen Leistungsentgelten. Dabei handelt es sich laut Friedrich um Einnahmen aus dem Bau der A 44, wo riesige Mengen Wasser verbraucht wurden. In der Kasse hatte Wehretal am Ende des Jahres 2019 1,7 Millionen Euro, 490 000 Euro mehr als ursprünglich geplant. „Damit haben wir die Vorgaben hinsichtlich des Liquiditätspuffers bei Weitem erfüllt“, so Friedrich. Die Verbindlichkeiten für Kredite lagen Ende 2019 in Wehretal bei knapp zwölf Millionen Euro.

Ab Sommer wird die Gemeinde mit dem Verkauf von 35 Baugrundstücken des Baugebietes Leimbach III in Reichensachsen beginnen. Friedrich rechnet vorbehaltlich der Ausschreibung für die Erschließung mit Grundstückspreisen, die sich an denen in Eschwege orientieren und bei 95 Euro liegen. (Stefanie Salzmann)

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