1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Stadtrallye durch Eschwege bei Projekttag an Brüder-Grimm-Schule

Erstellt:

Von: Eden Sophie Rimbach

Kommentare

Das Jugendzentrum Schlossmühle lernten die 30 Schülerinnen und Schüler ebenfalls kennen: Hier erwarteten sie nach einem deutschen Frühstück zahlreiche gemeinsame Aktivitäten.
Das Jugendzentrum Schlossmühle lernten die 30 Schülerinnen und Schüler ebenfalls kennen: Hier erwarteten sie nach einem deutschen Frühstück zahlreiche gemeinsame Aktivitäten. © Foto: Privat

Eschwege – In Kleingruppen sind Schüler aus der Ukraine und die, die sich als Paten engagieren, unterwegs. Bei einer Stadtralley erwarten sie mehrere Stationen und Aufgaben, mit deren Hilfe sie Eschwege erkunden können.

Ein Projekttag an der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege bot den Jugendlichen am Montag ein buntes Programm und viele Möglichkeiten, Eschwege besser kennenzulernen und sich weiter in die Schulgemeinde einzufinden.

„Es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagt Schulsozialarbeiterin Ebru Saglam mit Blick auf die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer. Eine Schülerin habe ihr am Ende des Projekttages gesagt, dass es seit ihrer Flucht aus der Ukraine der erste Tag gewesen sei, an dem sie nur an ihren eigenen Spaß denken und alles andere einmal vergessen konnte.

Dass hinter dem Tag auch ein Dankeschön für die Paten stand, erklären Saglam und Oxana Stärke, die gemeinsam mit Dr. Elisabeth Wäschenfelder die Intensivklasse unterrichtet. Bereits im März hatte Schulleiterin Ute Walter den Start einer Intensivklasse ermöglicht, wie Stärke erklärt. Zu diesem Zeitpunkthatte es zehn Anmeldungen von Schülern aus der Ukraine gegeben. In der Intensivklasse werden sie in den Fächern ukrainische Sprache und Literatur sowie Mathe und Kunst auf Ukrainisch unterrichtet.

Kulturelle Identität wahren

Dadurch wolle man die kulturelle Identität für die Schüler wahren, da noch ungewiss sei, ob sie in Deutschland bleiben oder in ihre Heimat zurückkehren. In der Intensivklasse können die Schüler auch bei Hausaufgaben unterstützt werden, die sie zum Teil digital von ihren Schulen in der Ukraine zugeschickt bekommen.

Saglam und Thomas Hoffmann wurden als Sozialarbeiter der Schule sofort mit dem Start der Klasse aktiv. Die erste Idee: Paten sollten den Schülern helfen. „Sie sind quasi Alltagsbegleiter im Schulleben“, sagt Stärke.

Die Rückmeldung der Schüler, die Deutsch und Russisch oder in wenigen Fällen Deutsch und Ukrainisch sprechen, sei groß gewesen. Saglam hatte bereits nach Freiwilligen gesucht, bevor die ersten Schüler aus der Ukraine an die Brüder-Grimm-Schule gekommen waren. Die Paten kommen aus allen Jahrgangsstufen, sogar zwei Fünftklässlerinnen sind als Patinnen aktiv.

Den elf bis 15 Jahre alten Schülern aus der Ukraine stehen sie sowohl auf dem Schulgelände als auch nach der Schule bei Fragen zur Seite. „Da spielt das Alter keine Rolle“, sagt Stärke.

Gemeinsamer Projekttag

Um dieser Bereitschaft mit Wertschätzung zu begegnen, hatte Saglam einen gemeinsamen Projekttag vorgeschlagen und dann organisiert. Zehn Paten und 20 Schüler aus der Ukraine lösten dabei am Montag in Kleingruppen die Aufgaben der Stadtrallye, fanden bei Kennenlern- und Kooperationsspielen und dem gemeinsamen Pizzaessen bei der Jahnturnhalle zum Abschluss zusammen. Zudem lernten sie das Jugendzentrum Schlossmühle und somit einen Treffpunkt für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren kennen. Gemeinsam aufgenommenen Fotos an einer Fotobox werden sie künftig an den Tag erinnern.

Vor Ort gestalteten Christina Gliemroth, die den Tag gemeinsam mit Saglam geplant hatte, und Steffi Stuhl von der Jugendförderung der Kreisstadt Eschwege den Projekttag mit.

Die Schüler erwartete ein deutsches Frühstück mit Müsli und Brötchen. Infomaterial zu Angeboten in Eschwege soll den Schülern zusätzlich helfen, sich besser in ihrem neuen Umfeld zurechtzufinden.

Unterstützt wurden die beiden Schulsozialarbeiter und die Lehrerinnen der Intensivklasse am Montag zusätzlich von drei ehrenamtlichen Integrationslotsinnen aus Eschwege und Bad Sooden-Allendorf, die dolmetschten.

Finanziert wurde der Projekttagüber die Partnerschaft für Demokratie im Werra-Meißner-Kreis.

Da neben den Paten weitere Schüler die Initiative ergriffen und eigene Projekte auf die Beine gestellt hatten, möchte Saglam auch ihnen danken.

Die Waldkappler Bäckerei Wilhelm hatte Kuchen gespendet, den die R8B für ihr Projekt nutze. Den Erlös aus dem Verkauf setzte die Klasse für Schulmaterialien für die ukrainischen Schüler ein. Auch hier ist ein gemeinsamer Tag geplant.  

Auch interessant

Kommentare