Im Naturschutzgebiet

Unbekannte veranstalten im Wald bei Neuerode immer wieder Lagerfeuer

Fahrlässig: Unbekannte haben mitten im Wald an der Willi-Schein-Hütte wiederholt Lagerfeuer entfacht. Ortsvorsteher Bernhard Mensing räumt auf.
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Fahrlässig: Unbekannte haben mitten im Wald an der Willi-Schein-Hütte wiederholt Lagerfeuer entfacht. Ortsvorsteher Bernhard Mensing räumt auf.

Immer wieder muss die Neueröder Feuerwehr ausrücken, weil Unbekannte mitten im Wald Feuer machen. Sogar im Naturschutzgebiet. Ein Ort ist besonders beliebt.

Neuerode – Besonders beliebt scheint aktuell die Willi-Schein-Wanderhütte oberhalb von Neuerode am Wanderweg P 4 in der Hessischen Schweiz zu sein, um die viele Bäume herum stehen.

Bereits vor einigen Wochen hatte dort jemand nur einen knappen Meter von der Holzhütte entfernt ein Lagerfeuer entzündet, Wanderer hatten die Feuerwehr alarmiert. Am Samstag voriger Woche wurde erneut ein Feuer an der Stelle gemeldet und die Wehr rückte aus. Ortsvorsteher Bernhard Mensing, der auch Chef der Ortsfeuerwehr ist, berichtet, dass die Unbekannten auf das Feuer auch noch dicke Äste gelegt hätten, das durchaus das Potenzial hatte, dort oben einen Waldbrand auszulösen.

Mensing selbst will nun zunächst die immer noch gut erkennbare Feuerstelle entfernen, in der sich auch Kronkorken und Reste von Zigaretten finden lassen. „Ich habe bereits mit Hessen Forst gesprochen, dass hier noch mal Schilder angebracht werden, die das Feuermachen ausdrücklich verbieten“, sagt Mensing.

Auch im weiter unten gelegenen Steinbruch bei Neuerode, wo sich die Rudi-Kaulfuß-Schutzhütte befindet, zu der auch eine eigens angelegte Feuerstelle gehört, darf kein Lagerfeuer mehr gemacht werden.

„Das ist alles FFH-Gebiet und deshalb ist Feuer nicht erlaubt“, erklärt der Ortsvorsteher. Das FFH-Gebiet geht weiter oben am Berg in ein Naturschutzgebiet über. Das Feuer im Steinbruch hatte auch in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten zwischen dem Ortsvorsteher und dem in Neuerode ansässigen Eschwege Institut geführt, das den Steinbruch nutzte.

Obwohl die akute Waldbrandgefahr wegen der vielen Regenfälle im Frühjahr nicht so akut ist, wie in den vergangenen drei trockenen Sommern, liegt massenweise totes trockenes Holz im Wald. Erwischt hat es vor allem die Buchen, die an den Folgen der Trockenheit kaputt gegangen sind. Teils stürzen die Bäume von allein um, teils entnimmt Hessen Forst die abgestorbenen Bäume mit schwerem Gerät.

„Der Millionenweg, der bis vor einigen Jahren voll von Laub überdacht war, liegt jetzt blank“, sagt Mensing. Sichtbar für jeden Wanderer stapeln sich rechts und links des Weges viele Tausend Meter Holz.

Und während der Wald auf Meinhard und Gobert sich lichtet, will der Ortsvorsteher jetzt dafür sorgen, dass die Aussichtpunkte wie an der Willi-Schein-Hütte, der Salzfrau und dem Wolfstisch jetzt wieder freigeschnitten werden. Büsche und Sträucher an den steilen Hängen der Hessischen Schweiz sind inzwischen so hoch gewachsen, dass der Ausblick ins Tal und auf die Dörfer Motzenrode, Hitzelrode und Neuerode nur durch dichtes Laub möglich ist. „Dafür muss ich aber mal die Feuerwehr mobilisieren, weil wir dafür Leute brauchen, die sich abseilen können“, sagt Mensing.

Von Stefanie Salzmann

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