Laut Statistischem Landesamt

Weniger als 100.000: Nie lebten weniger Menschen im Werra-Meißner-Kreis

416 Kinder wurden im ersten Halbjahr im Werra-Meißner-Kreis geboren. Das liegt über dem Jahresschnitt der vergangenen Jahre.
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416 Kinder wurden im ersten Halbjahr im Werra-Meißner-Kreis geboren. Das liegt über dem Jahresschnitt der vergangenen Jahre.

Zum ersten Mal seit Gründung des Werra-Meißner-Kreises 1974 ist die Einwohnerzahl unter die 100.000er-Grenze gerutscht. Am 30. Juni 2021 lebten genau 99 918 Menschen im Landkreis.

Werra-Meißner – Weniger waren es in den vergangenen 47 Jahren nie. Einen zwischenzeitlichen Höchststand hatte die Einwohnerzahl im Werra-Meißner-Kreis 1995 mit rund 117 700 Menschen erreicht. Damals waren die Nachwirkungen der Wiedervereinigung zu spüren. Seitdem nimmt die Bevölkerung im Landkreis – abgesehen von den Jahren 2015 bis 2017, als dem Kreis vermehrt Flüchtlinge zugewiesen wurden – kontinuierlich ab.

Einer höheren Sterberate standen ab Ende der 1990er-Jahre sinkende Geburtenzahlen gegenüber. Es zogen außerdem mehr Menschen weg als zu. Seit 2003 ist dieser Trend nach Angaben des Statistischen Landesamtes umgedreht. Es ziehen wieder mehr Menschen in die Region. Im ersten Halbjahr 2021 gab es hier einen Überschuss von 357 Personen.

Auch die Geburtenrate hat sich nach Angaben der Statistiker im Werra-Meißner-Kreis erhöht. 416 Kinder wurden im ersten Halbjahr geboren. Das liegt über dem Jahresschnitt der vergangenen Jahre. Ein einmaliger Höchststand wurde 2018 mit 837 Kindern pro Jahr erzielt. 2020 waren es 730 Neugeborene. Die Zahl der Sterbefälle ist aber immer noch höher. Den 416 Neugeborenen im ersten Halbjahr 2021 stehen 860 Verstorbene entgegen.

Insgesamt würde diese Entwicklung trotz des Verlusts von 128 Personen im Werra-Meißner-Kreis zeigen, dass die Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels griffen. „Der Zuzug beweist, dass unser Kreis attraktiv ist, den demografisch bedingten Sterbeüberschuss kann er aber nicht komplett aufwiegen“, sagt Landrat Stefan Reuß.

Auch andere Landkreise vom Rückgang betroffen

Ein Rückgang um 128 Personen im ersten Halbjahr ist weniger als der Jahresdurchschnitt im Werra-Meißner-Kreis zuletzt. 2020 war es ein Minus von 580 Menschen. Auch in weiteren Landkreisen ist die Einwohnerzahl 2020 im Vergleich zum Jahr 2019 zurückgegangen: In den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg (minus 420), Darmstadt-Dieburg (minus 140), Vogelsberg (minus 140), Fulda (minus 120) sowie in der kreisfreien Stadt Kassel (minus 1 090) lebten am Jahresende 2020 jeweils weniger Personen als am Jahresende 2019.  er Landkreis Marburg-Biedenkopf war der Landkreis, der im vergangenen Jahr den größten Bevölkerungsschwund (- 1 180) in Hessen verzeichnete. ts

Einwohner-Zuwächse im Landkreis verzeichnen derweil Bad Sooden-Allendorf (+44), Wehretal (+27) und Meißner (+23). Signifikante Abgänge gibt es in Witzenhausen (-50), Sontra (-44) und Hess Lichtenau (-40). (Tobias Stück)

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