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36-jähriger Eschweger betäubt Ehefrau, vergeht sich an ihr und muss hinter Gitter

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Von: Peter Kilian

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Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen
Das Gericht sah die Schuld als erwiesen an. © Symbolbild: Peter Steffen/dpa - Bildfunk

Weil er seine Ehefrau bewusstlos gemacht und sich dann an ihr vergangen hat, muss ein 36-jähriger Eschweger ins Gefängnis.

Kassel/Werra-Meißner – Zwei Jahre und neun Monate muss ein 36-Jähriger aus Eschwege hinter Gitter, da es die 10. Strafkammer des Landgerichts Kassel als erwiesen ansieht, dass der Angeklagte seine ehemalige Ehefrau in vier Fällen mit Schlaftabletten betäubte, um sich anschließend sexuell an ihr zu vergehen.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, während die Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Haft forderte.

Der Vorsitzende Richter Geisler machte in seiner Urteilsbegründung deutlich, dass das Gericht keine Zweifel daran habe, dass sich die Taten so zutrugen, wie in der Anklage aufgelistet.

Vorgeworfen wird dem dreifachen Familienvater, zwischen Mai 2017 und Januar 2018 seine damalige, sechs Jahre ältere Ehefrau vier Mal mit Tabletten betäubt zu haben, um anschließend Oralverkehr an ihr zu verüben. Auch wenn das Opfer angesichts der lang zurückliegenden Taten Erinnerungslücken hatte, führte der Richter aus, seien die Schilderungen glaubhaft und in sich schlüssig gewesen.

Die von der Frau beschriebenen Tatabläufe, vom Untermischen der Tabletten in die Getränke sowie den Nachwirkungen des erzwungenen Geschlechtsverkehrs, seien allesamt logisch und nachvollziehbar.

Zudem habe ein Sachverständiger die Aussagen der damaligen Ehefrau untermauert und ein seinerzeit eingeschalteter Arzt hätte den Einsatz des Schlafmittels gleichfalls bestätigt.

Weiter stützte sich das Gericht bei seiner Urteilsfindung auf frühere Aussagen des Beschuldigten. Der nämlich hatte die Taten bei der Vernehmung durch die Polizei gestanden. Vor dem Bruder des Opfers, so zitierte der Richter Schilderungen aus dessen Zeugenvernehmung, habe der 36-Jährige gleichfalls eingeräumt, sich in der vorgeworfenen Form an seiner Frau vergangen zu haben.

Unter Berücksichtigung all dieser Fakten erscheine es im Nachhinein als wenig glaubhaft, so die weitere Urteilsbegründung, dass die Schlaftabletten versehentlich eingenommen wurden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die inzwischen von dem 36-Jährige geschiedene Frau vor Gericht ausgesagt habe, derartige Sexualpraktiken eher abzulehnen.

Positiv für den Angeklagten wertete die Kammer, dass der 36-Jährige keine Vorstrafen hat und ein geordnetes Leben führt. So geht er weiter einer regelmäßigen Arbeit nach und lebt in einer neuen Beziehung. Zu seinen Kindern hat er keinen Kontakt. (Peter Kilian)

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