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Vereine aus dem Werra-Meißner-Kreis haben während Pandemie 800 Mitglieder verloren

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Von: Marius Gogolla

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Die Vereine im Werra-Meißner-Kreis haben während der Pandemie etwa 800 Mitglieder verloren. Das hat eine Befragung der Freiwilligenagentur Omnibus unter 80 Vereinen ergeben.

Männergesangverein Hitzerode: Die Sänger präsentierten dem Publikum unter anderem Songs wie „Santiano“ und „Diplomatenjagd“.
Männergesangvereine gehören zu den großen Verlierern der Pandemie. Betroffen sind vor allem die Vereine, die ihre Übungs- und Seminarangebote während der Pandemie nicht durchführen konnten. © Anna Schellhase

Werra-Meißner – Außerdem hat sich nach Angaben der Vereine die finanzielle Situation bei einigen verschlechtert. Die Studie zeigt unter anderem, dass das ehrenamtliche Engagement nachgelassen hat. Betroffen sind vor allem diejenigen, die ihre Übungs- und Seminarangebote während der Pandemie nicht durchführen konnten.

Kathrin Beyer Freiwilligenagentur Omnibus
Kathrin Beyer Freiwilligenagentur Omnibus © Andraczek, Alina

Zwar haben etwa 25 Prozent der Befragten angegeben, dass sich auch neue Mitglieder im Verein angemeldet hätten. Insgesamt jedoch haben die Vereine im Kreis während der Pandemie circa 800 Mitglieder verloren. Das läge unter anderem an Nachwuchsmangel, Umzügen oder der Auflösung von Gruppen.

Auch nach dem Ende des Lockdowns ist die Resonanz auf die ersten Aktivitäten in den Vereinen gemischt. Viele Befragte haben angegeben, dass die Teilnahmebereitschaft gesunken sei. „Es ist eine geringere emotionale Bindung an den Verein zu beobachten“, sagt Kathrin Beyer von der Freiwilligenagentur Omnibus. Viele Mitglieder hätten bemerkt, dass ohne den Aufwand für die Vereinsarbeit mehr Zeit für private Aktivitäten bleibt. Die Kündigung der Vereinsmitgliedschaft erfolgte hauptsächlich durch weniger engagierte Personen. Die Austrittszahlen unter Vorstandsmitgliedern und besonders Engagierten mit Funktion ist indes niedrig.

Das ist die Freiwilligenagentur Omnibus

Die Freiwilligenagentur Omnibus ist eine Entwicklungs- und Dienstleistungsagentur für diejenigen, die sich freiwillig engagieren. Sie bietet unter anderem Fortbildungen und Beratungsangebote für Vereine an. Diese sind thematisch breit gefächert und reichen von der korrekten Beantragung von Fördergeldern bis hin zu rechtlichen Fragen. Vereine können sich zu Vorträgen und Beratungen anmelden, die Seminare werden teilweise von externen Dozenten gehalten. mgo

Die finanzielle Situation der Vereine hat sich in der Corona-Pandemie verschlechtert. Die Einnahmen durch Kartenverkäufe oder Spenden sind zurückgegangen, dafür sind die Kosten für Hygienemaßnahmen und Digitalisierung gestiegen. Ein Fünftel der Befragten schätzt die finanzielle Perspektive ihres Vereins schlechter ein als vor der Pandemie. Deshalb wünschen sich die Vereine mehr Engagement seitens der Politik und einen leichteren Zugang zu Förderprogrammen.

Die Ergebnisse der von Kathrin Beyer und Gabriele Rübcke initiierten Studie sind ab nächster Woche unter freiwilligenagentur-wmk.de öffentlich einsehbar.

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