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Vereinsleben bleibt im Werra-Meißner-Kreis wegen Corona ein Problem

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Von: Konstantin Mennecke

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Auch für die American Footballer in Eschwege ist die Lage aktuell schwierig.
Auch für die American Footballer in Eschwege ist die Lage aktuell schwierig. © Markus Claus

Werra-Meißner – Corona-bedingte Einschränkungen und die hohen Zahlen an Neuinfektionen machen den Vereinen im Werra-Meißner-Kreis auch im mittlerweile dritten Pandemiejahr das Leben schwer. Abgesagte Spiele im Sport, abgesagte Hauptversammlungen und hohe Auflagen gehören für die Ehrenamtlichen zum Alltag, wie eine Umfrage unserer Zeitung unter den Vereinen ergeben hat.

Dutzende Absagen von Jahreshauptversammlungen haben unsere Redaktion in den vergangenen Wochen erreicht – Termine wurden erst angesetzt, dann aufgrund der stark steigenden Zahlen wieder abgesagt. Das sei sinnbildlich für die aktuelle Lage in den Vereinen sagt Markus Claus, Vorsitzender des Eschweger Turn- und Sportvereins 1848 (ETSV). Mit den sich regelmäßig ändernden Auflagen sei mehr als ein „Fahren auf Sicht“ nicht möglich. „Durch Corona sinken unsere Mitgliederzahlen, da wir weniger anbieten können“, sagt der Chef des 15 Sparten umfassenden Vereins. Aufgrund der hohen Mitgliederzahl im ETSV sei das kein existenzielles Problem. „Das sieht in kleineren Vereinen aber deutlich gravierender aus.“ Ein Problem sei die hohe Zahl an Infektionen, die nicht nur den Werra-Meißner-Kreis, sondern die ganze Republik betreffe. „Spiele, egal welcher Sparte, fallen auch kurzfristig mal aus. Das erschwert den Vereinsbetrieb“, so Claus.

Das bestätigt auch Udo Schneider, Vorsitzender des Luftsportvereins aus Hessisch Lichtenau. „Da der Luftsport, insbesondere der Segelflug, auf viele Helfer am Boden angewiesen ist, bereitet uns die Pandemie große Probleme“, sagt Schneider. In der ersten Corona-Welle und dem Lockdown wurden 70 Prozent der Flugsaison gestrichen – das ist aktuell nicht anders. Durch den stark reglementierten Flugbetrieb und aus Vorsicht einer Ansteckung oder Quarantäne bleiben viele Mitglieder dem Verein fern und man laufe „nur im Notbetrieb mit Mindestbesetzung“.

Grundsätzlich hoffen die Vereine auf eine Besserung im Jahr 2022. „Die Politik muss sich aber auf den Herbst vorbereiten“, so Claus. (kmn)

Bund fördert Vereine auch in 2022

Aufgrund der umfangreichen Herausforderungen für Vereine und Engagierte im Ehrenamt hat der Deutsche Bundestag 2020 die Errichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt beschlossen. Die Stiftung unterstützt unter anderem Vereine bei der Digitalisierung und bietet neben Seminaren auch Förderungen an. Mitte Februar startet die Bewerbungsphase für das Mikroprogramm „Ehrenamt gewinnen. Engagement binden. Zivilgesellschaft stärken.“ (kmn)

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