Verfahren eingestellt: Keine Beweise für Brandstiftung

Eschwege. Das Verfahren gegen einen 20-jährigen Mann aus Eschwege, der der schweren Brandstiftung angeklagt wurde, ist am Donnerstag im Eschweger Amtsgericht eingestellt worden.

„Es gibt erhebliche Schwierigkeiten in der Beweislage“, sagt Richterin Sprenger während der Urteilsverkündung.

„Eine ganze Menge belastet ihn“, sagt die Richterin, „aber es bestehen zu viele Zweifel hinsichtlich der Täterschaft.“ Deshalb sei im Zweifel für den Angeklagten gehandelt worden, sagt sie.

Dem 20-jährigen Eschweger wurde vorgeworfen, im April vergangenen Jahres auf einer zu einem Wohnhaus gehörenden Terrasse hölzerne Gartenmöbel angezündet und dabei einen Schaden von rund 30.000 Euro verursacht zu haben. Zahlreiche Zeugen wurden verhört, sogar eine Zeugin extra aus dem Ausland eingeflogen. Zudem wurde ein Chat-Protokoll verlesen, bei dem über Brandstiftung gesprochen wurde. Eine gewiefte Frau, die auch als Zeugin auftrat, wollte ihm in anderer Brandsache hierbei ein Geständnis entlocken und sprach auch über diesen Brand. „Aber insgesamt ist der Anklagevorwurf nur auf Indizienbeweise gestützt“, erzählte die Richterin. Der Eschweger sei weder am Tatort gesehen worden, noch habe er ein klares Motiv für die Tat gehabt. „Deshalb wird es in dieser Sache keine Verurteilung geben. Aber das ist kein Freispruch“, sagte Sprenger in Richtung des Angeklagten.

Neben des Verdachts der schweren Brandstiftung wurden auch zwei weitere Vorwürfe verhandelt, wegen denen der 20-Jährige angeklagt wurde. Zum einen ging es dabei um eine Blanko-Fahrkartenrolle des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV), die selbst gestohlen oder gehehlt worden sein soll. Hierbei wurde er aber von einem Zeugen entlastet, der glaubwürdig schilderte, ihm diese besorgt zu haben. Zudem sei diese auch nicht zum Druck von Fahrkarten, sondern in Verbindung mit Drogen verwendet worden.

Des Weiteren ging es um die Beleidigung von Polizeibeamten, die der Angeklagte bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt hatte. Dabei kam es zur Verurteilung des Eschwegers. Das Gericht schloss sich der Forderung des Staatsanwalt an und verhängte 20 Stunden Arbeitsdienst.

Von Nico Beck

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