„Gott im Geschöpf ehren“

Vierbacher Jagdgesellschaft feiert Hubertusmesse

Hubertusmesse unter freiem Himmel: Ralph Beyer, stellvertretender Dekan des Kirchenkreises Werra-Meißner bei der Hubertusmesse am Samstag in Germerode.
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Hubertusmesse unter freiem Himmel: Ralph Beyer, stellvertretender Dekan des Kirchenkreises Werra-Meißner bei der Hubertusmesse am Samstag in Germerode.

Zu einer Hubertusmesse unter freiem Himmel im Garten des Gasthauses Wilhelm in Germerode hatten am vorigen Samstag der stellvertretende Dekan des Kirchenkreises, Ralph Beyer, und die Brüder Christoph und Sebastian Arend als Jagdherren einer Gesellschaftsjagd in Vierbach eingeladen. Rund 40 Jäger und Jägerinnen sowie Freunde und Angehörige nahmen an der Messe teil.

Germerode - In seiner Predigt nahm Beyer den Spruch des schlesischen Oberförsters Oskar von Riesenthal auf, um über Spiritualität und Verantwortung bei der Jagd zu sprechen. Riesenthal sagte im 19. Jahrhundert: „Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild. Weidmännisch jagt, wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.“

Diese Worte umrahmen nicht nur das Etikett der Jägermeisterflasche, sondern stehen, so Beyer, für eine Einstellung, mit der die wenigsten heute noch zur Jagd gehen – „nämlich im Wild das Geschöpf Gottes zu erkennen und im Geschöpf Gott zu ehren“.

Religiöse und spirituelle Sicht auf die Jagd sei heute eher fremd geworden, selbst das Wandern zum Wirtschaftsfaktor geworden. Aber wer mit allen Sinnen zur Jagd gehe, könne auch erkennen, dass er nicht über der Schöpfung steht, dass sie ihm nicht gehört. „Wer so zur Jagd geht, wird dazu beitragen, Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu bewahren. Denn die Welt ist so etwas wie ein Garten oder auch ein Tierpark, die Bibel nennt es Paradies.“

Im Anschluss an die Predigt in Germerode wurde die Strecke von der Bläsergruppe des Jagdvereins Hubertus verblasen und mit Halali der Jagdtag beendet. (Stefanie Salzmann)

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