Tage der offenen Tür an Schulen fallen aus

Viertklässler müssen sich bis zum 5. März entscheiden, welche Schulform sie künftig besuchen

Müssen sich bis zum 5. März entscheiden: Die Grundschüler im Werra-Meißner-Kreis müssen jetzt die Entscheidung für die weiterführende Schule treffen.
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Müssen sich bis zum 5. März entscheiden: Die Grundschüler im Werra-Meißner-Kreis müssen jetzt die Entscheidung für die weiterführende Schule treffen.

Für viele Schüler steht im Sommer ein Schulwechsel an. Alle Viert- und manche Zehntklässler suchen jetzt nach passenden Schulen. Das Dilemma: Die Schulen können sich nicht präsentieren.

Werra-Meißner – Mit dem Halbjahreszeugnis wird den Viertklässlern jedes Jahr eine große Verantwortung übertragen. Zusammen mit ihren Eltern müssen sie bis zum 5. März entscheiden, wo es für sie schulisch weitergeht. Und auch die Schulen stecken aufgrund der Kontaktbeschränkungen derzeit in einem Dilemma. Die Bildungseinrichtungen müssen zurzeit andere Wege finden, um auf sich aufmerksam zu machen.

Schulwahl ist Einschnitt im Leben eines Kindes

Der Wechsel an die weiterführende Schule ist für die allermeisten Kinder ein Einschnitt, heißt es vonseiten des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in Hessen: Es gibt mehr Fächer und mehr Hausaufgaben, selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten wird vorausgesetzt. Daher sollten nicht die Noten aus der Grundschule allein ausschlaggebend für eine Entscheidung sein, und vor allem sollten Eltern dabei nicht nur die guten Noten im Blick haben. Der Landesvorsitzende des Verbands, Stefan Wesselmann, appelliert außerdem an die Eltern, sich bei der Wahl der weiterführenden Schule nicht von eigenen Träumen und Wünschen leiten zu lassen: „Es geht nicht nur um Bildung – es geht auch um die seelische Gesundheit eines Kindes“, sagt der Grundschullehrer. Denn wenn ein Kind überfordert ist und eine Reihe von Misserfolgen erfährt, baut sich Frust auf. Eine Querversetzung oder Wiederholung erlebt das Kind als Niederlage.

Empfehlung der Lehrer sollte beachtet werden

Die Wahl des Bildungsgangs nach der Grundschule ist grundsätzlich Sache der Eltern, heißt es vom Kultusministerium. Der VBE Hessen legt Eltern ans Herz, die Empfehlung der Grundschul-Lehrkräfte ernst zu nehmen.

„Sie haben die Kinder in der Regel mehrere Jahre lang begleitet. Sie haben die Entwicklung des Kindes in den Unterrichtsfächern und in seinem Arbeits- und Sozialverhalten beobachtet und können Leistungsvermögen und -bereitschaft sehr gut einschätzen“, so Wesselmann.

Querversetzung ist nicht empfehlenswert

Eine weitere wichtige Erfahrung möchte der VBE Hessen außerdem an die Eltern weitergeben: „Wir erleben immer wieder, dass Schüler nach einer Querversetzung dauerhaft die Lust am Lernen verlieren und Versagensängste so groß sind, dass sie an der anderen Schule keinen erfolgreichen Neustart hinlegen“, sagt der VBE-Landesvorsitzende. Er rät Eltern dringend davon ab, bei der Schulwahl schon einen möglichen späteren Wechsel einzukalkulieren. Der Gedanke, dass man „die Treppe leichter hinunterfällt als hinauf“, sei außerdem ein Irrtum: „Das hessische Schulsystem ist inzwischen äußerst durchlässig. Nach jedem erfolgreichen Abschluss haben die jungen Menschen die Chance, den nächsthöheren Abschluss in Angriff zu nehmen“, so Wesselmann. Umgekehrt ist – angesichts der hohen Schülerzahlen in manchen Städten und Gemeinden – ein Wechsel nicht immer einfach – zum Beispiel, wenn die dann gewünschte Schule voll ist.

Empfehlung der Grundschule

Für den Fall, dass die Entscheidung der Eltern nicht mit der Empfehlung der Grundschule übereinstimmt, ist es der Schule erlaubt, der weiterführenden Schule beides (Aktenvermerk über die Beratung und schriftliche Begründung der Klassenkonferenz) mitzuteilen. Nicht in allen Schulamtsbereichen werde diese Regel angewandt, so der VBE.

Informationen über weiterführende Schulen

Im Altkreis Eschwege kann man nach der Grundschule zur Adam-von-Trott-Schule, Anne-Frank-Schule (Standorte in Eschwege und Wanfried), Brüder-Grimm-Schule, Friedrich-Wilhelm-Schule oder Südringgauschule in die Sekundarstufe I wechseln. Eine Sekundarstufe II bieten die Adam-von-Trott-Schule, das Berufliche Gymnasium und das Oberstufengymnasium an. Sie alle informieren Schüler und Eltern in diesem Jahr online.

(Von Tobias Stück)

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