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Vize-Landrat: CDU unterstützt jetzt eigenen Kandidaten

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Von: Tobias Stück

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Werden den parteilosen Kandidaten unterstützen: CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Brückmann (links) und Kreisvorsitzender Stefan Schneider (rechts) mit Dr. Philipp Kanzow.
Werden den parteilosen Kandidaten unterstützen: CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Brückmann (links) und Kreisvorsitzender Stefan Schneider (rechts) mit Dr. Philipp Kanzow. © Tobias Stück

Bei der Wahl des neuen Vize-Landrat am Montag (26. September) unterstützt die CDU jetzt doch einen eigenen Kandidaten. Dr. Philipp Kanzow hat sich auf den letzten Drücker beworben.

Werra-Meißner – Für die Wahl des Ersten Kreisbeigeordneten des Werra-Meißner-Kreises hat sich überraschend ein weiterer Kandidat ins Rennen gebracht. Dr. Philipp Kanzow, Rechtsanwalt in Düsseldorf und gebürtiger Eschweger, hat sich am Donnerstagabend dem Wahlvorbereitungsausschuss vorgestellt. Der 39-Jährige wird am Montag voraussichtlich von der CDU-Fraktion vorgeschlagen.

Gesucht wird während der Kreistagssitzung am Montag um 14 Uhr in der Stadthalle der Nachfolger des Vize-Landrats Dr. Rainer Wallmann (Die Grünen). Er hatte sein Amt zur Verfügung gestellt, weil er ab Oktober für ein großes Entsorgungsunternehmen in Dortmund tätig sein wird. Bis zum 1. September konnte man sich auf die ausgeschriebene Stelle bewerben.

Der Wahlvorbereitungsausschuss hat seitdem in mehreren Runden zehn Kandidaten ausgewertet. Nach Informationen unserer Zeitung werden sie dem Kreistag am Montag eine Empfehlung für Holger Pflüger-Grone (Die Grünen) aussprechen. Er ist der Kandidat der Koalition aus SPD, Grünen und Linken. Laut Koalitionsvertrag hatten die Grünen das Vorschlagsrecht. Die Mehrheit im Kreistag halten SPD, Die Grünen und die Linke. Im 61 Sitze umfassenden Kreistag kommen SPD (20), Grüne (8) und Linke (3) auf eine knappe Mehrheit von 31 Sitzen. Die Opposition kommt auf 30 Sitze. Drei entfallen dabei auf die AfD. Für die Wahl genügt eine einfache Mehrheit.

Kanzow, der am Sonntag seine Bewerbung per E-Mail eingereicht hatte, und die CDU hatten am Donnerstag die letzte Möglichkeit genutzt, am Montag zur Wahl anzutreten. Kanzow musste sich im Wahlvorbereitungsausschuss vorstellen, das Gremium genug Zeit haben, eine Entscheidung zu treffen. Beides ist nach Ansicht der CDU gegeben.

Philipp Kanzow berät für die Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller in- und ausländische Mandanten im europäischen und deutschen Kartellrecht, insbesondere im Kartellschadensersatz und im Kartellbußgeldverfahren. Als Anwalt berät er nach eigenen Angaben DAX-Unternehmen an der Schnittstelle von Wirtschaft und Verwaltung. Kanzow ist in Eschwege aufgewachsen, hat am Oberstufengymnasium sein Abitur abgelegt und anschließend in Würzburg, Freiburg, Belgien und England Jura studiert. In England hat er wissenschaftlich gearbeitet und wurde dort auch promoviert. Der Werra-Meißner-Kreis sei bei seiner Ausbildung immer sein Fixpunkt geblieben. „Aus diesem Grund bin ich unter anderem für das Referendariat zurück nach Nordhessen gekommen“, sagt Kanzow. Nachdem er sich auf seine juristische Karriere konzentriert habe, möchte er seine Fähigkeiten zum Wohle seiner Heimat einbringen.

Den Kreis in der Digitalisierung voranzubringen, sei sein Ziel. Seit Jahren arbeite er nach eigenen Angaben bereits mit der E-Akte. „Mit einem Blick von außen möchte ich die Verwaltung moderner gestalten. Den Klimawandel sieht der Sohn eines Försters als besondere Herausforderung.

Ob der neue Erste Kreisbeigeordnete die bisherige Dezernatsverteilung fortführen wird, liegt in der Verantwortung von Landrätin Nicole Rathgeber. Die Verwaltungschefin ist für die Vergabe verantwortlich. Die Wahl des neuen Vize-Landrats ist der erste Tagesordnungspunkt in der Kreistagssitzung am Montag.

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