Alfred Hocke verlässt nach 14 Jahren als Pfarrer Sooden und Kleinvach

Volles Haus zum Abschied

Abschied: Nach dem Gottesdienst nutzten viele Gemeindeglieder die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit Pfarrer Alfred Hocke. Links der stellvertretende Dekan Armin Scheerschmidt. Foto: zsf

Bad Sooden-Allendorf. „So voll wie an Weihnachten“ - Kommentare solcher Art hörte man am Sonntag Morgen einige. Denn zur Verabschiedung des evangelischen Pfarrers Alfred Hocke aus St. Marien waren so viele gekommen, dass die Sitzplätze in der Kirche gerade ausreichten.

Pfarrer Hocke selbst war sichtlich erfreut über das zahlreiche Kommen zu seinem Abschied. In seiner letzten Predigt, die er im Sonnenschein auf der Kanzel hielt, widmete er sich dem Text, der seit dem Jahr 1702 Motto aller Predigen sein soll und daher im Kanzeldeckel festgehalten ist: „Predige das Wort, halt an“. Es gebe zwei Auslegungen des Verses, verkündete Hocke. Die eine sei, dass man nicht zu lange predigen solle. Aber die eigentliche Bedeutung sei, dass man das Wort predigen und dazu stehen solle, auch wenn es anderen nicht passe. „Deshalb sollten sie es sich jetzt mal bequem machen“, verkündete Pfarrer Hocke mit Humor und brachte die Gottesdienstbesuche so nicht zum letzten Mal zum Lachen.

Gemäß dem Spruch aus dem Kanzeldeckel habe auch er versucht Menschen für die Botschaft Jesu zu begeistern und dabei ein geschickter, gütiger, aber auch geduldiger Lehrer zu sein. Historisch gesehen seien insgesamt 29 Pfarrer seit der Reformation in St. Marien gewesen und das im Schnitt 17 Jahre. Daher sei er mit seinen 14 Jahren ja nur knapp darunter. Auch wenn die meisten Pfarrer St. Marien nur aufgrund des Ruhestands verlassen hätten, betonte er, dass er freiwillig gehe und zeigte sich zuversichtlich, dass seine Stelle in Bad Sooden bald besetzt wird. Mit einem Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit beendete er unter langanhaltendem Applaus seine letzte Predigt in St. Marien.

Das Salz in der Suppe

Der stellvertretende Dekan, Pfarrer Armin Scheerschmidt, sagte, dass Pfarrer Hocke genau das richtige Quäntchen Salz in der Suppe gewesen sei. Zudem würdigte er dessen Eintreten für einen Verbund mit Allendorf und dass dieser sich nie gescheut habe, seine eigene Meinung zu sagen. Auch wenn er nun gehe, blieben seine Gedanken und Visionen, und so gab er ihm für den Weg nach Obervellmar mit: „Ich wünsche dir, dass du das Salz in der Suppe sein kannst.“ (zsf)

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