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Auf sechs Kilometern durch Herleshausen Infos über die Landwirtschaft

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Von: Emily Spanel

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In Reih und Glied: Dr. Marlene Laufer erklärt das richtige Setzen der vorgekeimten Kartoffeln.
In Reih und Glied: Dr. Marlene Laufer erklärt das richtige Setzen der vorgekeimten Kartoffeln. © Emily Hartmann

Einblick für Kinder und Erwachsene in die Landwirtschaft ist Ziel des landwirtschaftlichen Informationspfads (Lawi-Info-Pfad), der sich auf sechs Kilometern durch Herleshausen schlängelt.

Herleshausen – Würde man alle Kartoffeln aufeinanderlegen, die die Deutschen pro Jahr essen, käme ein riesiger Haufen dabei heraus. 36 Kilogramm sind es im Schnitt je Bürger, insgesamt rund drei Millionen Tonnen. Dabei seien Farbe, Form und Geschmack der Kartoffel in ihrer Vielfalt überwältigend, sagt Dr. Marlene Laufer. „Viele Verbraucher wissen das gar nicht.“

Die Herleshäuserin ist Initiatorin des landwirtschaftlichen Informationspfads, kurz Lawi-Info-Pfad, der sich auf sechs Kilometern durch die Herleshäuser Flur in den Werraauen schlängelt. Kindern und Erwachsenen Einblick geben in die Landwirtschaft, das Wissen über die Erzeugung von Lebensmitteln schärfen – das sind die erklärten Ziele der Agrarwissenschaftlerin. Der Lawi-Info-Pfad, mittlerweile im zweiten Jahr seines Bestehens, ist eine Gemeinschaftsleistung der Familien Dach und Laufer, der örtlichen Landwirte und Herleshäusern, die sich gern für dieses so wichtige Projekt begeistern ließen.

Doch zurück zur Kartoffel: Bevor sie auf dem Teller landet, investieren Züchter viel Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Sorten. In jahrelangen Versuchen prüfen sie, welche Kartoffel bei welchen Bedingungen wie gut wächst und schmeckt.

Gehen mit viel Wissen nach Hause: Die Kindergartenkinder (von links) Hilda und Rosalie vor dem Kartoffelacker des landwirtschaftlichen Informationspfads Herleshausen.
Gehen mit viel Wissen nach Hause: Die Kindergartenkinder (von links) Hilda und Rosalie vor dem Kartoffelacker des landwirtschaftlichen Informationspfads Herleshausen. © Emily Hartmann

Für die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte Herleshausen hat Dr. Marlene Laufer eigens einen kleinen Kartoffelacker angelegt. Vier verschiedene Sorten haben die begeisterten Nachwuchs-Landwirte am Freitagmorgen einpflanzen dürfen: Ludmilla, kindgerecht bezeichnet als „Pommes-Kartoffel“, die gelbfleischige Red Lady („Chips-Kartoffel“), die kleine Baby Lou („Baby-Kartoffel“) und die festkochende Lea („Feuer-Kartoffel“). In den kommenden Monaten werden die Kinder „ihren“ Pflanzen beim Wachsen und Gedeihen zuschauen können, Unterschiede feststellen und schließlich ernten. Höhepunkt soll ein Kartoffelfeuer im Herbst werden.

Hanni Hummel begleitet die Kinder 

Der Lawi-Info-Pfad bietet Kindern und Erwachsenen Wissen rund um die Landwirtschaft und die Erzeugung von Lebensmitteln. Je nach Zeitpunkt der Aussaat und der Ernte werden Infotafeln auf- beziehungsweise abgebaut. Die Getreide-und Raps-Schilder befinden sich bereits ab Mitte Juli im Winterschlaf. Als Letztes verschwinden die Schilder an den Maisflächen Mitte Oktober und bei den Zuckerrüben Mitte November, bevor im folgenden Frühjahr schrittweise alle Stationen wieder neu entstehen.

Hanni Hummel ist dabei die Begleiterin der Kinder und erklärt die verschiedenen Themen kindgerecht. Magdalena Böckmann hat Schals und Taschen mit dem Hanni-Hummel-Logo genäht, welche die Landfrauen aus Herleshausen im Zuge ihres Sommerfestes im vergangenen Jahr verkauft haben. Der gesamte Erlös kommt dem Lawi-Info-Pfad zugute. Angeschafft werden sollen wetterbeständige Schilder mit Informationen für die Kinder. esp

Wissen rund um die Knolle wurde den Herleshäuser Kindergarten-Kindern beim Kartoffel-Quiz vermittelt – und das sorgte für ungläubiges Staunen. Denn: Ein Großteil der deutschen Kartoffelernte wird zu Produkten wie Stärke, Knödel, Brei oder Chips verarbeitet. „Auch in Gummibärchen können verarbeitete Kartoffeln enthalten sein“, wusste etwa Frieda zu berichten.

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