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Werratalsee: Wegen Blaualgen wird vom Baden abgeraten

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Von: Stefanie Salzmann

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Blaualgen: An den Ufern lassen sich erste bläuliche Schlieren ausmachen. Noch besteht kein Badeverbot. Die Konzentration liegt unter dem Grenzwert.
Blaualgen: An den Ufern lassen sich erste bläuliche Schlieren ausmachen. Noch besteht kein Badeverbot. Die Konzentration liegt unter dem Grenzwert. © Stefanie Salzmann

Unschön: Die Blaualgen vermehren sich aktuell im Werratalsee. Bisher gibt es zwar kein Badeverbot, vom Baden im See wird trotzdem abgeraten.

Eschwege/Meinhard – Für den Werratalsee gibt es seit Beginn der Woche wieder eine Badewarnung. Die seit Wochen anhaltenden hochsommerlichen Temperaturen haben das Wasser im See deutlich erwärmt und damit auch dem Wachstum der gesundheitsgefährdenden Blaualgen (Cyanobakterien) Vorschub geleistet. Auch beispielsweise 2018 hatte das Gesundheitsamt vor dem Baden im Werratalsee gewarnt.

Die Kommunen Meinhard und Eschwege wurden jetzt erneut aufgefordert, an ihren Badestellen Ostufer und Südufer entsprechende Warnschilder für Badegäste aufzustellen – das ist inzwischen geschehen.

Immer mehr Blaualgen im Werratalsee

Auf den Hinweisschildern wird aktuell nur vom Baden „abgeraten“. Ein Badeverbot wurde bisher nicht ausgesprochen, Badestellen nicht gesperrt. „Wer trotz der Warnung baden gehen will, sollte die Hinweise beachten“, so Stephanie Flügel von der Gemeindeverwaltung Meinhard. Zu denen gehört, dass beim Baden möglichst kein Wasser geschluckt wird, nach dem Baden gründlich mit sauberem Wasser Haut und Badekleidung abgeduscht werden, letztere sollte möglichst gewechselt werden.

Besonders gefährdet durch Cyanobakterien sind Kinder, die beim Baden naturgemäß viel toben und deshalb auch Wasser schlucken sowie Wassersportler durch langen Kontakt.

Die Wasserqualität im Werratalsee, der als EU-Badestelle eingestuft ist, wird nicht durch das Gesundheitsamt des Kreises, sondern durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) beprobt. Anfang Juni hatte das Umweltamt dem Werratalsee noch eine ausgezeichnete Wasserqualität attestiert.

Werratalsee: wegen Blaualgen wird vom Baden abgeraten

Die letzte Beprobung des Werratalsees fand vor zehn Tagen, am 26. Juni, statt. Der Grenzwert für eine Warnung vorm Baden liegt bei 15 Mikrogramm je Liter und bedeutet zweite Warnstufe.

Am 26. Juni hat das HLNUG für den abgetrennten Badebereich am Südufer 23,6 Mikrogramm Cyanobakterien pro Liter gemessen. Am Ostufer bei Schwebda waren es 20,4 Mikrogramm je Liter. Bisher sind in den Uferbereichen vor allem leicht bläuliche Schlieren zu sehen.

Ein Badeverbot wird ausgesprochen, wenn der Grenzwert von 75 Mikrogramm Blaualgen je Liter gemessen werden. Dann bilden die Bakterien einen regelrechten Teppich auf der Wasseroberfläche.

Noch kein Badeverbot: Blaualgen im Werratalsee

Das Bundesumweltamt gibt zum Thema Blaualgen einen einfachen Richtwert vor: „Wenn Sie im knietiefen blaugrünen Wasser Ihre Zehen nicht mehr sehen, sollten Sie dort nicht baden, da dann zu viele Cyanobakterien im Wasser sind.“

Blaualgen produzieren Giftstoffe, die für Menschen, aber auch für Tiere wie Hunde eine Gefahr darstellen können. Besonders Schwangere, Kleinkinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten den Kontakt meiden. Das häufigste Symptom ist eine allergische Hautreizung. Wurden Blaualgen verschluckt, kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Auch Fieber und Atembeschwerden können auftreten. (Stefanie Salzmann)

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