Vom Feld direkt in den Mund

Besucher pflücken Erdbeeren bei Bad Sooden-Allendorf gern selbst

Die Erdbeersaison hat im Werra-Meißner-Kreis wieder begonnen. Wir waren zu Besuch auf einem Feld bei Kleinvach.

Wo kommen unsere Lebensmittel her? Das lernen die Zwillinge Mera und Elvissa mit Mutter Medina Kapidzic auf dem Erdbeerfeld.

Der zehnjährige Melovin und die dreijährige Ferida haben Spaß beim Erdbeerenpflücken auf dem Feld. Die süßen, roten Früchte sind reif, Naschen gehört dazu. Nadine Kapidzic hat ihre beiden Kinder mitgenommen auf den Hof des Landcafés Klenke in Kleinvach, auf dem die Kunden selbst auf den Feldern pflücken können. „Das ist toll, denn so lernen die Kinder, wo die Lebensmittel wirklich herkommen“, sagt die junge Mutter.

Ihre Verwandte Medina Kapidzic aus Südhessen, die gerade Ferien bei ihr macht, begleitet sie mit ihren Kindern Mera und Elvissa – und packt fleißig mit an. Im Laden werden die leeren Schüsseln zuerst gewogen, dann können die Kunden selbst auswählen, welche Früchte sie ernten möchten.

Einige der Kunden kennen das Erdbeerpflücken aus ihrer Kindheit und wollen die Erfahrung an ihre Kinder weitergeben. Andere finden: „Frischer als direkt vom Feld geht es nicht.“ Hofläden haben Konjunktur. „Der Zulauf auf Wochenmärkten und auf dem Hof ist gerade extrem“, sagt Tobias Klenke. „Die Menschen kommen in der aktuellen Situation lieber zu uns raus aufs Land, als in den Supermarkt zu gehen.“

Da hat es sich für Tobias und Elsbetha Klenke gelohnt, dass sie ihren Hof, auf dem sie Spargel, Kartoffeln, Erdbeeren und Äpfel anbauen, auf Bio-Betrieb umgestellt haben. Das Bewusstsein bei den Kunden ist gestiegen und damit die Nachfrage aus der Region zwischen Kassel und Göttingen. „Das Wochenende über Pfingsten war sehr gut“, sagt der Landwirt zufrieden. „Wir hatten die Erdbeeren abgedeckt, dadurch hatten wir keine Frostschäden.“ So haben sie täglich viel Betrieb auf dem Hof, und das, obwohl das Café weiter geschlossen ist.

Was die Gastronomie beträfe, seien die Gäste noch zurückhaltend, so dass es sich nicht lohne, das Küchenpersonal zu aktivieren. Zudem wollen sie keinen Corona-Ausbruch unter den Gästen riskieren. Ansonsten seien die Kunden gut mitgegangen mit den Regeln. Im Laden dürfen sie nur einzeln eintreten und müssen Mundschutz tragen. „Im Hinblick auf die Einschränkungen geht es uns in Deutschland doch noch gut“, überlegt Klenke. „Jedenfalls, wenn man die Situation mit anderen Ländern vergleicht. Italien, Frankreich oder Großbritannien. Dort gab es viel mehr Probleme.“

Landwirt Tobias Klenke ist zufrieden mit dem Start der Erdbeersaison.

Um seine Erntehelfer, die aus Rumänien kommen, hatte er sich in weiser Voraussicht frühzeitig gekümmert, so dass diese schon vor den Grenzschließungen hier waren. So konnten die Klenkes in eine gute Ernte-Saison starten. Die Spargel-Saison läuft noch. Und auch die Erdbeeren sind noch mindestens drei Wochen lang reif.

Hier kann man Erdbeeren bekommen

Auch zwei weitere Erdbeer-Anbauer im Altkreis Witzenhausen öffnen nun ihre Felder: Familie Siebold, die die süßen Früchte zwischen Hundelshausen und Trubenhausen anbaut, sowie Familie Hildebrand aus Berge. Ihre Erdbeer-Felder sind im Raum Witzenhausen und in der Gemeinde Neu-Eichenberg. Eine Übersicht über die Erdbeer-Produzenten im gesamten Werra-Meißner-Kreis gibt es auf der Plattform „Regionale Entdeckungen.“

Von Kristin Weber

Rubriklistenbild: © Kristin Weber

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