75 JAHRE SPORTKREIS WERRA-MEISSNER

Von Sandrock bis Schein: Fünf Vorsitzende prägen den Sportkreis Werra-Meißner

Der Sportkreis-Vorstand Eschwege des Jahres 1973: Dr. Werner Lipphardt (Zweiter von links) wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
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Der Sportkreis-Vorstand Eschwege des Jahres 1973: Dr. Werner Lipphardt (Zweiter von links) wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Der Sportkreis Werra-Meißner feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Wir blicken in einer Kurz-Serie auf die Historie. Heute geht es um die Vereinsvorstände.

Werra-Meißner – In den 62 Jahren seines Bestehens, von der Gründung im Jahr 1946 bis zur Fusion mit dem Sportkreis Witzenhausen 2008, wurde der Sportkreis (SK) Eschwege von fünf Vorsitzenden geführt, die in ihrer Amtszeit mit ihrer Arbeit dem Kreis ihren Stempel aufdrückten. Die fünf ehrenamtlichen Vorsitzenden konnten sich aber auch auf eine gute mitarbeitende Mannschaft verlassen, die mit gleicher Leidenschaft die ihnen übertragenen Aufgaben lösten, durch ihre Arbeit beeindruckten und den Kreis so weiterbrachten.

Mit 20 Jahren war Lehrer Wilhelm Mauer, der nach dem Krieg auch große Verdienste am Aufbau der Eschweger Leichtathletik hatte, am längsten in Amt, ehe ihn der Eschweger Zahnarzt und Rudersportler Dr. Werner Lipphardt ablöste. 10 Jahre im Amt der Finanzexperte und Skisportler Willi Michel, genau wie Dr. Lipphardt zum Ehrenvorsitzenden ernannt und auch vom Landessportbund (LSB) Hessen mit hohen Ehrungen ausgezeichnet. 17 Jahre lang stand der Völkershäuser Wolfgang Schein, Pädagoge, Handballer und Kommunalpolitiker, bis zur Fusion an der Spitze des Sportkreises Eschwege. Der Landessportbund und die Kreisverwaltung ehrten die fünf Vorsitzenden für ihre Verdienste mit hohen Auszeichnungen.

Engagierte Mitarbeiter

Unterstützt wurden die letzten drei Vorsitzenden durch die Stellvertreter Heinrich Döring, Wolfgang Söder und Georg Blaschzok. Blaschzok führte nach dem Ableben von Wolfgang Schein ab 2006 den SK Eschwege zwei Jahre kommissarisch. Ebenfalls viele Jahre im SK-Vorstand tätig waren die beiden Frauenwartinnen Ann Hartwigk und Margot Furchert, die Jugendwarte Werner Frank, Wolfgang Nungesser, Heinz Kisshauer und Wolfgang Söder, die Sportwarte Karl-Heinz Horstmann und Edmund Harthaus, die Kassenwarte Heinz Bachmann und Ernst Koch und die Sportabzeichenwarte Josef Görlinger und Gerd Seidlitz. Seidlitz ist auch heute noch im Sportkreis-Vorstand tätig. Der Landessportbund dankte allen mit zahlreichen Ehrungen.

Über vier Jahrzehnte engagierte sich auch WR-Sportredakteur und Pressewart Siegfried Furchert im Sportkreis. Dr. Lipphardt holte ihn schon 1973 in den Vorstand, der unter Lipphardts Nachfolgern Michel und Schein und nach dem Zusammenschluss noch bis 2014 mit zahlreichen Beiträgen dafür sorgte, dass die Arbeit der Sportkreise in Presse und Rundfunk im Kreis und Landessportbund im richtigen Licht erschien.

Über ein Jahrzehnt arbeitete Furchert im Sportbeirat des Kreises mit, war 53 Jahre 1. Vorsitzender des TTC Albungen. Eine Anerkennung für diese jahrzehntelange Arbeit: Die Sportplakette des Landes, die höchste sportliche Auszeichnung Hessens, die Siegfried Furchert 2010 in Wiesbaden verliehen wurde.

Der Sportkreis-Vorstand Eschwege des Jahres 1973: Dr. Werner Lipphardt (Zweiter von links) wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Ständig aufwärts

Die von den Vorsitzenden Wilhelm Mauer und Dr. Werner Lipphardt und ihren Helfern 1946 begonnene Aufbauarbeit trug reiche Früchte. Positiv für die Entwicklung des Sportkreises Eschwege machte sich ab 1972 nach dem Übergang der Schulträgerschaft auf den Landkreis die kostenlose Benutzung von Schulturn- und Sporthallen für Training und Wettkämpfe durch die Vereine bemerkbar. Damit war den Vereinen schlagartig eine große Sorge genommen, was auch Auswirkungen auf die Mitgliederentwicklung hatte.

Nackte Zahlen drücken aus, dass es im SK Eschwege in den folgenden Jahren ständig und beharrlich aufwärts ging: Registrierte der Sportkreis 1970 noch 76 Vereine und 10636 Mitglieder, waren es bei Willi Michels Amtsantritt als Sportkreis-Vorsitzender 1973 schon 77 Clubs und 11729 Mitglieder. Im Jahr 1974 profitierte der Sportkreis Eschwege insofern von der Gebietsreform, als elf Vereine aus dem Sontraer und Waldkappeler Raum hinzukamen, die bis dahin der Sportkreis Rotenburg betreute. Dadurch wuchs der SK Eschwege schlagartig auf 88 Vereine mit 12511 Mitgliedern. Und in den nächsten Jahren ging es im Sportkreis Eschwege weiter steil bergan. 1975: 93 Vereine/13984 Mitglieder; 1977: 98 Vereine/15304 Mitglieder. 1978 dann der Durchbruch der „Schallmauer“: SK-Vorsitzender Willi Michel begrüßte als 100. Club des Sportkreises den Eisenbahner-Sportverein Eschwege. 1981 betreute der Sportkreis Eschwege 111 Vereine/18446 Mitglieder, 1986 waren es bereits 128 Clubs mit 20181 Mitgliedern. Eine Entwicklung, die von den Verantwortlichen in Vereinen und Sportkreis viel Einsatz und Engagement verlangte, das ihnen die vielfältige und wirkungsvolle Unterstützung der politischen Gremien Land, Kreis und Gemeinden sehr erleichterte.

Wechsel Michel-Schein

Ein Wechsel im Vorstand des Sportkreises gab es 1989, als der Völkershäuser Wolfgang Scheinan die Stelle von Willi Michel trat. Der Sportkreis honorierte die Verdienste von Dr. Werner Lipphardt und Willi Michel mit der Ernennung zu Ehrenvorsitzenden, die Landesregierung zeichnete beide mit der Sportplakette des Landes aus. 1990 wuchs der Sportkreis Eschwege bereits auf 131 Vereine und 21181 Mitglieder, 1991 waren es 22000 Mitglieder in 136 Vereinen. Vereins-Neugründungen gab es in den Jahren danach nur noch wenige. Aber mit mehr und steigender Freizeit drängten die Menschen aller Schichten in die wachsenden Sportvereine. Am 1. Januar 1997 war mit 24063 Männern, Frauen, Kindern und Jugendlichen in 135 Vereinen der bisherige Höchststand erreicht.

Eindrucksvolle Zahlen belegen die positive Entwicklung des Alt-Sportkreises Eschwege. In 25 Jahren bis zum Jahr 2000 wuchs die Zahl der Vereine von 73 auf 135, die der Mitglieder von 11729 sogar auf 24063. Und der Trend hielt auch im neuen Jahrhundert und nach der Fusion an. Eine neuere Statistik des Sportkreises Werra-Meißner: 215 Vereine und 35031 Mitglieder (Stand 2020). Besser lässt sich kaum belegen, dass die heimischen Sportvereine nichts an Attraktivität verloren haben, sie vielmehr eine ganz wichtige Funktion erfüllen und aus dem Leben der Bürger nicht mehr wegzudenken sind.

Von Siegfried Furchert

2006: Der letzte Vorstand des Sportkreises Eschwege mit dem Vorsitzenden Wolfgang Schein (untere Reihe, Zweiter von rechts). Zwei Jahre später fusionierten Eschwege und Witzenhausen zum Sportkreis Werra-Meißner.

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